Tag 24 - Nichts klappt heute...
Auch wenn es uns hier echt gut gefällt, wenn wir irgendwann in Portugal ankommen wollen müssen wir weiter. Nachdem für heute starker Wind angekündigt wurde und einige Wohnmobile sich bereits umgestellt (windgeschützter) gestellt haben, fahren wir weiter nach Süden.
Allerdings werden wir heute gleich mehrfach enttäuscht.
Erstes Ziel ist eine Höhle mit den größten Gipskristallen der Welt. Aber wir bekommen spontan kein Ticket. Man muss sich das Ticket online reservieren und der einzige freie Platz ist abends um 19 Uhr. Die Führung geht zwei Stunden. Das würde bedeuten ab 21 Uhr noch weiter fahren und einen Stellplatz finden… nein danke. Dazu dürfen Kinder erst ab 8 Jahren rein. Somit müsste einer draußen mit Marie bleiben. Auch doof. Da die nächsten Tage auch alle quasi ausgebucht sind außer ganz spät abends streichen wir die Höhle. Mit 25€ Eintritt ist das für hier auch echt teuer. Dann halt nicht.
Weiter geht’s. Wir testen heute nochmal einen anderen Supermarkt als den Aldi. Aber der consum (immerhin: die Regale waren größtenteils gefüllt 😉 …) enttäuscht auch. Einkaufen macht keinen Spaß. Es ist alles teurer. Die Auswahl ist komisch und uns spricht nix an. Somit nehmen wir nur das mit was es bei Aldi und Lidl nicht gibt 😂 auch irgendwie bitter. Da sucht man in Spanien den gewohnten deutschen Supermarkt und fühlt sich dort heimisch und kauft lieber ein.
Wir nehmen beim spanischen Bäcker im consum noch zwei Sorten Gebäck mit. Fazit: es schmeckt nicht wirklich. Hatten Brötchen die waren riesig aber ultra weich und nicht sättigend und ein süßes Brötchen, das war uns zu trocken und staubig und schmeckte nach Nix. Dem fehlte definitiv eine Schoko Füllung oder andere Creme. Naja das testen wir wohl nicht mehr. Dafür hatten wir schon kleine Croissants mit Vanille Füllung die waren top. Und Schokocroissonts die waren auch top. (Ratet wo es die gab 😂 natürlich bei Aldi )
Marie ist beim Einkaufen eingeschlafen. Somit sind wir dort noch ein bisschen spazieren und waren an einem kleinen See mit viel Schilf und Vögeln. Die EU hat großzügig gezahlt und es gab einen neu gemachten Weg und einen Aussichtsturm.
Zwei Flamingos und eine Ente mit blauem Schnabel.
Marie schläft echt friedlich und wir machen auf dem Parkplatz noch Brotzeit. Unser Hunger kommt und Marie kann noch weiter schlafen.
Dann geht es weiter an der Küste entlang. Bis die Straße endet und gesperrt ist. Da wir die vorherigen Hinweise einer Sperrung gekonnt ignoriert haben (konnten ja nicht wissen wo was gesperrt ist), drehen wir also um und fahren das ganze letzte Stück zurück bis es eine Alternative gibt. Wir müssen ins Landesinnere und dort über Dörfer und Feldwege weiter (oder auf die Autobahn mit Maut). Wir fädeln also so vor uns hin und fahren durch unendliche Weiten von Gewächshäusern. Unfassbar viele Gewächshäuser.
Eigentlich ist die Landschaft an der Küste schön. Es hat kleine Berge. Wenig Häuser, einzeln stehende sind meist Ruinen. Die Dörfer sind an den Buchten gelegen, die es hergeben. Alles blüht. Es gibt echt Schlechteres zum Angucken unterwegs. Und dann kommt da eine Wüste aus Folie. Kein Grün. Kein Tier. Nur Folie. Alle Flüsse sind trocken, weil das ganze Grundwasser abgezogen wird zum bewässern. Ich wüsst zu gern wie der Status der Natur hier ist. Ob der auch so schlecht ist wie bei uns und überdüngt oder ab das hier besser ist. Aber das ist wohl meine berufsbedingte Neugier.
Unser Weg führt uns final in ein kleines Bergdorf Níjar. Aber so klein ist das gar nicht. Mit 33.000 Einwohnern sogar eine der größeren Gemeinden hier. Es ist unser erstes typisch andalusisches Dorf.
Das Meiste des Stadtkerns haben wir bereits vor dem Stadtkern gesehen, da Robert nicht die Beschilderung zum Parkplatz gefolgt ist, sondern dem Navi. Beim Rechts abbiegen war dann die Straße versperrt, also führen wir weiter den Berg hoch, vorbei an der Polizei ( die Straßen wurden immer steiler und enger), bis am Ende mehr und mehr Verbotsschilder auftauchten und sogar Einheimische auf uns achteten. Marie wurde auch hungrig und kündigte dies lautstark an, während ich Robert sagte, hier rechts abbiegen! Das gelang uns dann auch mit mehreren Zügen, da alles so eng und schmal war… Puh
…
Aber: Weise Häuser in den Hang gebaut. Viele haben getöpferte Blumentüpfe an den Hauswänden. Es geht entweder bergauf oder bergab. Die Häuser sind klein und schön gestaltet. Überall hängen bunte Töpfe. Es ist ein Töpferdorf. Aber als wir am Nachmittag dort sind hat fast alles geschlossen und wir können nur Schaufenster gucken. Auch egal. Wir hätten im Camper eh keinen Platz für bunte Schüsseln und Tassen. Oder Tonvasen mit 1,5m Durchmessern…
Wir wandern hinauf zum Wachturm und genießen die Aussicht auf Gewächshäuser 😂 Es ist super wolkig und diesig und die Aussicht zum Meer gibt es nicht.
Mein im Reiseführer beworbener Bäcker hat auf unserem Rückweg geschlossen. Marie ist die ganze Zeit über nicht eingeschlafen. Irgendwie ist doch heute echt der Wurm drin.
Unser Stellplatz den wir hier eigentlich nehmen wollten, gibt es und hat noch Lücken. Aber am Mittwoch ist ab 7 Uhr Halteverbot, weil dann Markt ist. Und heute ist Dienstag… also auch doof. Marie morgen früh wecken ist echt kein guter Plan… somit fahren wir halt doch noch weiter.
Nächstes Ziel ein angeblich sehr schöner Strand. Nachdem wir da 30 km hin fahren biegen wir in die letzte Straße ein und dann steht da ein Schild mit Höhenbegrenzung in der Nacht (20:00 – 08:00). Also gut, über Nacht stehen wollen sie dort nicht,
aber zumindest am Nachmittag angucken sollte also gehen. Vor uns zwei andere deutsche Wohnmobile abgebogen. Nachdem die nicht gleich wieder zurück kommen fahren wir auch hin. Durch die Kameraüberwachung. Aber wir landen vor einer geschlossenen Schranke mit einer Höhenbegrenzung von 2,2 m. Da passen wir nicht durch. Die anderen beiden stehen auch vor der Schranke und versuchen auf den Wendehammer zu parken (obwohl hier auch ein Halteverbot für Womos besteht). Bevor der zweite parkt wenden wir und fahren zurück. Womos sind nicht gewünscht. Somit kein Strand für uns.
Da frei stehen hier unmöglich ist, suchen wir einen Campingplatz. Ich hab online zwei ausfindig gemacht mit fairen Preisen. Unterwegs fahren wir an einem vorbei, der auf keiner meiner Suchseiten eine Bewertung hatte und ich keinen Preis notiert hatte. Da sie am Eingang werben mit Wohnmobil plus Fahrer nur 10,90€ beschließen wir spontan anzuhalten und zu fragen. Frech ist, dass Marie und ich nochmal so viel wie Robert mit dem Auto kosten. Da können sie uns mal mit ihrem Angebot und wir fahren weiter zu einem günstigen Platz. Hier buchen wir uns dann also final einen Stellplatz und kochen und fallen ins Bett während draußen weiterhin der Sturm am Auto rüttelt. Nachbargrundstück, welches uns Windschatten bietet, ihr habt richtig geraten: ein riesiges Gewächshaus. Beim Abendessen haben wir ein sehr müdes, quengeliges Kind. Brei will es nicht. Brötchen will es nicht und auf meinem Arm sein auch nicht. Brezel haben wir heut aber nicht (gibt es ausschließlich bei Aldi). Somit bleibt nur ganz schnell essen und mit ihr ins Bett. Im Bett ist die Welt nämlich immer in Ordnung (während auf meinem Arm liegen nicht gut ist).
Uff, heut hat echt quasi Nix geklappt. Aber naja. Vll haben wir morgen mehr Erfolg. Wir wollen noch um das Cap hier rum und schöne Strände und Berge gucken bevor es dann nach Almeria weiter geht.
Hoffentlich lässt auch der Wüstenstaub etwas nach…