Tag 35 - Ronda

Wir brechen am späten Vormittag von unserem schönen Stellplatz auf. Heut nochmal wandern wollen meine Beine nicht 😂

Wir fahren ca. 60 km nach Westen in den Bergen weiter nach Ronda. Wir erobern uns einen Stellplatz (wobei noch einige frei sind). Da wir nach den Tagen in den Bergen verschwitzt sind, nehmen wir erstmal eine Dusche. Dann essen wir was zu Mittag und machen uns danach auf den Weg in die Stadt. Es sind 2,5 km ins Zentrum. Wir spazieren durch eine Shoppingstrasse. Rechts und links sind viele Geschäfte und es hat auch viel geöffnet. Es sind sehr viele Menschen da. So voll hatten wir es bis jetzt noch nie. Wir kommen an Kirchen und anderen alten Gebäuden vorbei. Am Ende der Straße laufen wir direkt auf die Stierkampf Arena zu. Ein großes weises rundes Gebäude. Mehr sieht man von außen tatsächlich nicht. Auf eine Führung haben wir keine Lust.

Wir laufen einmal um die Arena drum rum und kommen an einen Abgrund. Die Stadt steht oben am Felsen und wir können in die Ferne und auf andere Hügel schauen.

Dann geht es für uns weiter zum Highlight der Stadt. Eine alte Brücke aus dem 18 Jahrhundert mitten in der Stadt die die alte und die neue Stadt verbindet. Beide Stadtteile stehen oben auf einem Berg und sind von einer 100m tiefen Schlucht getrennt. Die Schlucht wird durch die beeindruckende Brücke verbunden. Dazu gibt es noch zwei weitere kleinere Brücken tiefer in der Schlucht verbaut um auch dort von einer Hälfte der Stadt zur anderen zu kommen.

Es gibt in der Stadt zahlreiche Ausblicke auf die Brücke. Von beiden Seiten kann man sie bestaunen. Man kann auch in der Schlucht ein Stück nach unten spazieren und dann von unten auf die Brücke hoch blicken.

Allerdings sind die besten Ausblicke hinter einer Schranke mit Ticket versteckt und Marie darf nicht mit rein… somit nehmen wir die kostenlosen Ausblicke die übrig bleiben.

Wir bummeln noch ein bisschen durch die Stadt. Gucken hier und da alte Gebäude an und gönnen uns einen Smoothie und sehen die bisher größte und älteste Yucca-Palme unseres Lebens… (siehe Fotogalerie). Die Altstadt war ursprünglich durch eine Mauer mit vielen Türmen umgeben, die wir uns ansehen. Krass ist, man kann auf die Mauer und die Türme klettern ohne Absperrung oder Treppengeländer.. Da ist dann doch jeder für sich selbst verantwortlich, wohingegen manche Wege hier mit Helmen (und Eintrittsgeld) abgesichert werden.

Noch ein bisschen zur Geschichte: Die Stadt gibt es bereits seit den Römern. Wurde dann von den Mauren übernommen und hat später immer wieder den Besitzer gewechselt. Irgendwie wollte jeder Ronda haben, die Westgoten, die Asturen, die Araber und die Berber. 1212 wurde die Stadt und die Region von den Christen erobert und die Araber zurück gedrängt. (Da war nur noch Granada islamisches Reich). Man findet aber Architektonisch noch einige Bauwerke der Mauren, die überlebt haben. Die Stadt ist an sich sehr schön. Hier und da benötigen die Gebäude eine Renovierung. Aber gerade auch einige Neubauviertel sind schön gemacht. Die Stadt gehört mit zu den schönsten weißen Städten Andalusiens.

Leider ist das Wetter heute eher durchwachsen im Vergleich zu den letzten Tagen. Wir haben viele Wolken und Wind. Gestern beim wandern sind wir in der Sonne zerschmolzen und heut frieren wir bei dem Wind in den Gassen. Nach dann doch schon über zwei Stunden machen wir uns auf den Rückweg. Noch ein Stopp beim Bäcker für morgen und dann ab in den Camper und gemütlich einkuscheln.

Auffällig in Spanien sind die Häusanschlüsse. Da befindet sich Strom und Wasser inkl. der Zähler meist in der Wand, an der der Briefkasten hängt.

In zwei Neubaugebieten hat man Photovoltaik nachgerüstet und direkt am Anschlusskasten mit abgeklemmt. Sieht beim Vorbeigehen noch verrückter aus, als auf den Fotos. Vor allem manche Zugentlastungen … 🙈