Tag 84 - Richtung Norden nach Millau & Naturpark Grands Causses
Der Tag startet holprig. Robert konnte heut Nacht nicht gut schlafen und weckt uns irgendwie zeitig. Der Plan für heute ist Richtung Norden zu fahren bis kurz nach Millau. Das sind ungefähr drei Stunden Fahrt. Wir fahren kurz nach acht los (so früh wie nie). Nach einer Stunde machen wir einen Stopp zum einkaufen. Wir brauchen ewig, da die Hölle los ist und eine ewige Schlange an der Kasse. Nach dem Supermarkt gibt es heut einen richtigen französischen Bäcker mit einem sehr leckeren Feigenbrot. Dann frühstücken wir erstmal noch was und spielen. Bis wir wieder los kommen ist elf (so ist der zeitige Start auch schnell verflogen). Wir fahren weiter bis Marie nicht mehr möchte. Einschlafen im Auto klappt nicht und Frau Knutsch ist müde maulig. Da wir unserem Ziel noch eine Stunde fern sind nehmen wir einen Parkplatz und machen da erstmal Mittagsschlaf. Robert und Marie schlummern fast zwei Stunden, das hat sich also gelohnt. Ich warte hungrig auf mein Mittagessen (bin zwischen beiden im Bett eingekuschelt und hab keine Chance aufzustehen). Nach dem Mittagessen geht’s dann weiter. Wir nehmen nicht die Brücke bei Millau, sondern fahren vorher ab ins Tal und können so einige Blicke auf die berühmte Brücke werfen. Allerdings find ich sie gar nicht so spektakulär. Architektonisch ist sie allerdings schon beeindruckend. Nach 14 Jahren Planung und drei Jahren Bauzeit wurde sie 2004 eröffnet. Ein paar Fakten: 2460 m Länge, 32 m Breite, 343m Höhe (höher als der Eiffelturm), allein die Stahlseile wiegen 36.000 t (so viel wie 5.100 Elefanten), 206.000 t Beton sind verbaut. Zum Höhepunkt haben 600 Arbeiter gleichzeitig an der Brücke gebaut. Heut fahren die Autos einfach drüber beziehungsweise wir dran vorbei. Unser Weg führt uns heute noch ein Stück ins Tal rein. Die Ideen heute noch zu wandern oder so streichen wir. Wir fahren einfach nur noch zum Campingplatz. Im dem Ort mit Campingplatz (nachdem wir schon an 100 vorbeigefahren sind, aber ich hatte halt den anderen ausgewählt, warum auch immer) kommen wir mitten in einen Lauf. Da ist Robert gleich wieder traurig. Wir hatten extra nach einem gesucht aber irgendwie nix passendes für unsere Route gefunden und jetzt kommen wir gestern und heut zwei mal mitten in einen rein… wir fahren somit ganz langsam mit den Läufern entlang und der Ordner lässt uns zum Campingplatz reinfahren (eigentlich ist da heut gesperrt). Am Campingplatz ist heut keiner an der Rezeption, aber ein Helfer des Laufes telefoniert mit dem Besitzer und weist uns einen Platz. Bezahlen können wir später am Abend oder morgen wenn der Besitzer wieder her kommt, aber mit dem Lauf ist alles anders. Der Platz ist einfach aber wunderschön am Fluss zwischen Bergen gelegen. Einige Läufer haben sich hier auch einquartiert. Mal sehen ob es da heut Abend noch eine Party gibt. Wir werden es merken. Wir spielen den restlichen Tag und entspannen. Robert ist noch ein bisschen Läufer anfeuern und am traurig sein :/
Hat dann aber zufällig den Besitzer des Campingplatzes gefunden. Er war gleichzeitig Streckenposten. Wir übernachten unmittelbar an der Verpflegungsstelle bei km 71,3 eines 100km – Laufes mit 4700 Höhenmetern.