Tag 81 - Pyrenäen: wandern im Nationalpark

Wir entscheiden uns heute eine leichte Tour zu testen. Robert ist jetzt auch leicht angeschlagen und hat nicht gut geschlafen. Die schönsten Runden liegen leider mitten im Bergmassiv und sind für uns zu weit weg. Der Zubringer wäre für uns eine Tagesetappe und dann müssten wir ein Refugio nehmen, aber die haben alle noch geschlossen. Somit wird es nur ein Stück eines Zubringers ohne am Plateau anzukommen. Wir wählen ein Tal im Westen (liegt einfach nah zu unserem Standpunkt). Die Wanderung ist ok, aber total langweilig. Wir spazieren immer bergauf durch ein breites Tal mit einem netten Fluss. Wir sind die meiste Zeit im Wald. Unterwegs kommen wir an eine kleine Kirche. Höhepunkt ist ein See mit einem Wasserfall im Hintergrund. Die hohen Berge hängen heute alle in Wolken. Marie freut sich voll in der Trage. Immerhin eine, die den Weg gut findet. Naja am See hören wir immerhin ein paar Frösche quacken und sehen ein paar Fische. Hier lässt sich ansonsten heut kein Tier blicken (keine Gämse oder Auerhühner für die der Park unter Schutz steht). Nach drei Stunden und einsetzendem Nieselregen kommen wir am Auto wieder an (und Marie ist zumindest ausgeschlafen).
Das Beste an dem ganzen war, dass der Weg zum Parkplatz auf 2m Breite beschränkt ist. Wir sind deswegen nicht hineingefahren, sondern haben einen weiter entfernten Parkplatz vorher genommen und sind 700m länger auf einer langweiligen Straße bergauf spaziert… Am Ende war an der Straße nix schmal… Da hätte ein Tieflader mit großem Kettenbagger hochfahren können… Wir lernen: das ist Trick 17, um Wohnmobile fernzuhalten: während Camperverbote manchmal ignoriert werden, probiert hier keiner hineinzufahren, da die wenigsten rückwärts wieder raus oder gar ihr Auto demolieren wollen und versuchen es gar nicht erst…

Danach fahren wir ein Stück weiter. Das verrückte an diesem Bergmassiv: es gibt keine Straße durch. Entweder fährt man einen großen Bogen im Süden oder im Norden drum rum. Aufgrund der besseren Aussichten fahren wir die nördliche Route. Damit sind wir ganze 100 km nur mit umrunden beschäftigt. Und in verschiedene Täler könnte man noch rein wandern. Da das Wetter die nächsten Tage kalt und eher mit Nieselregen gemeldet ist, haben wir das aber nicht weiter geplant. Unterwegs haben wir immer wieder Blicke auf die Berge und fahren gemütlich vor uns hin. Wir kommen durch zwei Städte mit richtig vielen großen schönen Gebäuden und ganz vielen Hotels. Hier muss es Zeiten mit richtig vielen Touristen geben. Aktuell ist der Hund begraben und kaum was los. Wir haben heut nur vier andere Wanderer gesehen. Ich will aber gar nicht wissen was hier im Sommer los ist, vermutlich treten sie sich dann tot. Fazit für hier: die Berge sind nett, aber hier unten am Rand unscheinbar (halt insgesamt hoch) und für später nochmal eine Reise wert (es gibt eine schöne mehrtägige Route oben drin mit Übernachtung in den Refugien, aber nichts für April…). Hier gibt es übrigens überall Pferde mit Fohlen, wunderschöne Tiere und sooooo süße Fohlen. Ich frag mich nur was die mit den ganzen Pferden machen, nach Reittiere sieht das nicht aus.