Tag 82 - Pyrenäen: Andorra
Wir fahren nach dem Frühstück noch das letzte Stück bis Andorra. Dabei geht es bergauf und bergab immer mit Blick auf hohe Berge. Die Einreise nach Andorra ist unkompliziert. Ein Polizist guckt doof und eine Kamera erfasst das Kennzeichen, fertig. Unser erster Stopp ist dann ein Supermarkt. Wir brauchen Brot zum Mittagessen und Wasser. Wir gucken dann auch mal durch den Rest vom Einkaufszentrum, die haben einfach alles, vom Kinderwagen zum Waschmittel zum Fernseher und natürlich alles an Tabak und Alkohol was das Herz begehrt. Wir begehren aber tatsächlich nix außer Wasser und Brot 😂 naja an uns wird der Markt nicht reich. Die Dinge sind teilweise schon richtig günstig durch die geringen Steuern, aber jetzt irgendwas auf Halde zu kaufen für Marie später ist auch irgendwie albern und Alkohol und Tabak ist jetzt auch nix für uns. Somit wirds erstmal kein Shopping Erlebnis. In der Innenstadt gibt es dann tausend Geschäfte, aber keine Parkplätze für Wohnmobile. Somit wird nix geshoppt. Stattdessen durchqueren wir Andorra bis ins letzte Eck. Die Ortschaft ist gefühlt das längste Bergdorf überhaupt. Das gesamte Tal ist zugebaut. Die Gebäude sind alle modern und schick, nichts ist heruntergekommen oder kaputt. Die meisten Gebäude sind (zumindest gefühlt) Geschäfte oder Hotels. Im Winter muss das hier mega voll sein. Aktuell sehen ganz viele Hotels und Apartments leer aus. Je weiter wir durchfahren und desto höher wir uns schrauben, desto ruhiger wird es. Ganz am Ende gibt es nur noch einen Skilift aber keine Gebäude mehr. Am Ende des Landes (nach dem Skilift) wollen wir eigentlich zu einem Bergsee wandern. Aber die Straße endet 2 km vor dem eigentlichen Ziel-Parkplatz, da sie nicht geräumt ist und voller Schnee liegt. Dort wandern ist aufgrund der Lawinengefahr auch nicht ratsam. Dazu regnet es und wir sitzen in den Wolken. Also gucken wir nur ein bisschen Aussicht und spielen im Auto.
Dann fahren wir nochmal in ein anderes Tal ein Stück rein. Dort können wir zumindest ein paar Schritte spazieren ohne Schnee und die Wolken reisen auf (und ziehen schnell wieder zu). Somit waren wir zumindest ein ganz kleines bisschen wandern, aber die ganzen Routen zu Gipfeln sind noch nicht machbar. Das Land ist echt eng und alle Campingplätze sind direkt an der Hauptstraße. Das ist uns zu laut. Da wir morgen auch keine zweite Runde wandern können, fahren wir heut noch nach Frankreich wieder raus. Dort kann man viel ruhiger stehen. Die Ausreise nach Frankreich ist ganz unkompliziert. Wir sehen ehrlich gesagt gar keine Grenze und irgendwann kommt eine Kontrollstation an der niemand sitzt und wir fahren einfach durch. Wir fahren durch Wolken noch ein ganzes Stück bergab und haben dann in Frankreich einen Stellplatz. Wir bekommen den vorletzten Stellplatz. Nach uns kommen noch einige Wohnmobile. Keine Ahnung wo die dann stehen, ob die wieder weg fahren oder sich irgendwo auf andere Parkplätze stellen. Man darf auf keinen Fall zu spät ankommen (und das in der Nebensaison…). Das beste hier: es gibt direkt einen Waschautomaten. Der Nachteil: den wollen alle nutzen und die beiden Waschmaschinen und der Trockner laufen immerzu. Somit waschen wir heute Abend nicht mehr. Mal sehen wie der Andrang morgen früh ist. Der Standort ist auf jedenfall sehr gut gewählt.
Noch ein paar Fakten zu Andorra: das Land ist ein Königreich und hat neben den König noch einen Fürsten. Es hat ca. 87.000 Einwohner (kleiner als Jena). Es ist ca. 25% geringer besiedelt als Deutschland (so wirkte es aufgrund der vielen großen Gebäude nur leider nicht). Es ist nicht Teil der EU. Aber es hat den Euro als Währung. Somit war das bezahlen und Preise vergleichen ganz unkompliziert. Es gilt als Steuerparadies: auf Lebensmittel haben wir 1% Steuer gezahlt und auf Luftballons (wir haben gleich mal die zwei und drei für die nächsten Geburtstage mitgenommen) nur 4,5% Steuer. Dadurch ist einkaufen so lukrativ für Touristen. Der Diesel war mit 1,70€/l aber nicht viel günstiger als in Spanien. Das Land ist irgendwie toll gelegen aber die unendlich lang gezogene Stadt hat uns nicht angesprochen. Skifahrer macht hier bestimmt Spaß und ist vll nicht ganz so teuer, aber nicht mit dem Camper kommen, Parken ist überall schwierig (außer am Wanderparkplatz). Was auf uns komisch wirkte: die Tankstellendichte. Unglaublich viele… in der Stadt, vor schönen Bergpanoramen (die Repsol auf der Route nach Frankreich) oder direkt oben auf einem 2400m Pass gleich fünf Stück. Dazu noch eine Rennstrecke…, die einzige permanente Rennstrecke des Fürstentums, die im Winter für mehrere Monate vereist ist und für Eisrennen genutzt wird.
Jetzt haben wir es uns auf jedenfall mal angesehen und einen eigenen Eindruck.