KW 23 - Die Luft ist raus
Unsere letzte Woche mit Robert in der Elternzeit beginnt. Eigentlich haben wir uns jetzt so richtig dran gewöhnt und könnten so noch ein bisschen weiter machen. Aber naja – Irgendwann muss zumindest einer wieder Geld verdienen.
Die Woche startet am Montag mit einem gemütlichen Stadtbummel. Da sind wir sonst ja auch nicht oft gemeinsam. Mal auf einen Spielplatz mit Schaukel gehen , da haben wir keine bei uns am Block. Erfurt ist doch auch echt eine schöne Stadt.
Dienstag ist faul daheim. Leider macht unsere Eins heute die Grätsche. Die Luft ist raus. Wir haben einen Riss und bekommen den leider nicht geflickt. Nachdem wir sie jetzt zwei Monate spazieren gefahren haben und Marie immer wieder begeistert damit spielt ist sie nun kaputt. Aber an sich erstaunlich, dass sie so lang durchgehalten hat. Sie stand im Camper immer in der Dusche. Daheim dann Hintern Sofa und Marie liebt es sie durch die Gegend zu schleudern. Die nächsten Geburtstage haben wir bereits vorgesorgt und die Zahlen in Andorra gekauft und im Schrank liegen. Mal sehen ob das wieder so ein Highlight wird.
Mittwoch Mittag ging es dann auch schon wieder los. Marie und Franzi steigen in den Zug und fahren nach Göttingen. Robert darf am Nachmittag auf Arbeit, da dort sein Kollege ausm Büro verabschiedet wird. Da möchte er natürlich nicht fehlen. Wir werden in Göttingen vom Opa und Lukas abgeholt und fahren ins Schwimmbad. Es ist ein großes Bad mit vielen Becken und Rutschen und richtig warmen Wasser. Hier wird noch nicht akribisch Energie gespart. So planschen wir den ganzen Nachmittag. Bilder gibt es leider keine, das war dort verboten. Dann geht es zurück zum Wohnwagen und wir grillen.
Donnerstag geht es dann für uns auf die Landesgartenschau nach Leinefelde. Robert kommt aus Erfurt mit dem Camper dazu. Das Wetter ist heute so lala, viele Wolken und erstmal kein Regen. Wir schlendern also gemütlich durch Blumenbeete und Gartenanlagen. Wir finden eine Genussspirale mit Thüringer lösen und der Bratwurst in der Mitte. Ein Bär aus Holz steht zwischen den Beeten und in der Landwirtschaftsecke gibt es alte Maschinen zu bestaunen. Mittagspause machen wir in einem Restaurant dort. Beim Essen werden wir von einer Durchsage überrascht. Das Gelände wird evakuiert, wir sollen dieses zügig verlassen Grund ist eine landesweite, amtliche Sturmwarnung.
Bei uns ziehen paar graue Wolken vorbei und der Wind geht, aber nach einem heftigem Sturm sieht es nicht aus. Da der Kellner aber tatsächlich sagt, dass wir gehen müssen (dürfen aber noch aufessen und zahlen). Noch kurz auf Klo und dann laufen wir wohl oder übel zum Ausgang. Da wir uns dabei nicht besonders beeilen haben wir dann einen Security Mann hinter uns, der aufpasst dass wir auch wirklich raus gehen. Die fahren hier mit Elektrorollern und umgehängten Lautsprechern und Bandansagen durch die Gegend. Das Hauptgelände haben wir zumindest geschafft.
Unser Glück ist, dass der zweite Teil der Blumenblock ist. Hier wurde ein 5-Geschosser DDR-Plattenbau entkernt und als großer Ausstellungsraum genutzt. Dieser wurde aufgrund des Wetters jedoch nicht geschlossen und so konnten wir hier noch hin. (Die gefühlt 40 Gäste des Tages waren bereits drin. Fünf Stockwerke haben wir nun vor uns mit ehemaligen Wohnungen. Einige Wände wurden entfernt sodass man rundum laufen kann. Im Erdgeschoss ist eine Ausstellung mit Blumen in Vasen vom Deutschen Meister der Floristen. Erste Etage Blumen und Musik. Zweite Etage Blumen und Kunst. Dritte Etage war eine Ausstellung zu Landwirtschaft und der iga von damals. Vierte Etage gab es eine Ausstellung über das Areal, was war hier vorher, welche Blöcke sind schon neu saniert und wie sah das alles aus. In der obersten Etage war ein Motorrad und die Geschichte von Heidi und Bernd Kleine, die nach der Wende um die Welt fuhren. Und als es eine DDR Nostalgie Wohnung. Alles so wie es früher war. Von der Tapete über die Wohnzimmer Schrankwand, gefüllt mit Vasen und Geschirr. Eine einzige Küche mit Durchreiche, ein Bad, ein Schlafzimmer und ein Kinderzimmer. Robert hat das ein oder andere Teil wiedererkannt. Es gab einen Topf der heute in Lindau noch als Wassernapf für die Hunde dient. Für viele kommen hier wohl Erinnerungen hoch, Puppen und Bücher wie damals, Bettwäsche und Nachthemd, dazu die Lampen… alles wie damals. Die haben all den Kram irgendwo aufgetrieben. Es war echt ganz witzig. Robert hat sogar sein altes Fahrrad entdeckt.
Da waren wir dann einige Zeit beschäftigt. So richtig Sturm kam nicht. Ja, der Mohn hat etwas gewackelt. Aber das Gelände im Freien wurde nicht wieder geöffnet. Wir sind dann noch über den Gartenmarkt geschlendert, aber viele Stände gab es nicht. Den dritten Teil des Geländes konnten wir dann leider nicht ansehen. Etwas schade aber der Tag war auch so gut gefüllt. Marie hat viele Eindrücke sammeln können. Nach einem kurzen Stopp zum Einkaufen ging es zum Campingplatz und wir haben gespielt und gegrillt. Abends beim Grillen kam dann etwas Regen aber auch kein gefährlicher Sturm. Deutschland verblödet echt, amtliche Sturmwarnung…. Naja was soll’s. Uns ist nix passiert.
Freitag frühstücken wir noch alle zusammen. Dann packen Lukas und Opa zusammen und machen sich auf den Heimweg. Wir bleiben noch den Tag hier und chillen. Viel schaukeln und Trampolin springen, essen und schlafen. Alles ganz entspannt.
Samstag fahren wir dann nach Lutter, das Dorf hat 825 jähriges Jubiläum und Tag der offenen Höfe. Alex und Manuela sind dort (Alex kommt von dort und seine Eltern wohnen da). Den Samstag verbringen wir mit Alex, Manuela und seiner Familie, spazieren von einem Hof zum anderen. Schauen bei einer Schmiede vorbei und überall gibt es essen und Getränke und manchmal auch Live-Musik. Alex Mama hat köstliche Zitronen-Torte gebacken und zum Abendessen ein sehr leckeres Gulasch gekocht. Wir speisen vorzüglich und gehen am Nachmittag eine Runde im Wald spazieren. Das Eichsfeld ist echt schön, wenn es nur nicht so weit weg wäre. Robert kann den Abend ganz lang quatschen und wir verbringen eine letzte Nacht im Camper.
Am Sonntag geht es dann zurück nach Erfurt. Auspacken, sortieren und auf den Arbeitsalltag vorbereiten. Ein Tag ohne Besonderheiten. Mal sehen wie dann ab nächster Woche der Alltag beginnt.

































