Tag 11 - Hola España

Euer Daumen drücken und gute Besserungswünsche haben zumindest soweit geholfen, dass die Nacht besser war. Marie hat mehr geschlafen und sich erst ab drei Uhr vermehrt gemeldet. Daher starten wir erstmal positiv in den Tag.

Der Husten ist zwar noch da, auch noch sehr ordentlich aber so ist sie erstmal gut drauf. Hoffen wir es geht bergauf.

Wir verlassen unseren Spot für die Nacht und nehmen heute die schöne Strecke entlang der Küste. Die wird in vielen Reiseführern empfohlen und Robert freut sich auf viele viele Kurven und schöne Aussichten aufs Meer, statt der 12km-Grenze in den Pyrenäen direkt zu nehmen. Wir fahren noch einige Kilometer in Frankreich und kommen dann nach Spanien. Die Landschaft ist schön. Die Berge reichen bis an die Küste. Auch die Weinberge bis direkt ans Wasser. Im Hintergrund sieht man die hohen Berge mit Schnee. Die Natur ist bereits mediterran karg und trocken. Vereinzelt stehen Kühe auf der Wiese. Es sind wirklich viele viele Kurven und dazu viele Blicke aufs Meer. Zwischendurch müssen wir durch kleine Orte. Anhalten mit Wohnmobil ist nicht einfach. Im Ort ist fast überall eine Höhenbegrenzung montiert oder die Flächen sind zu klein. Daher gibt es für uns keinen Stopp. Wir fahren einfach nur durch und vorbei an den Strandpromenaden. Die Häußer hier sind fast alle weiß. Im Sommer scheint es hier richtig warm zu werden.
Bei so viel Schaukelei während der Fahrt schläft Marie sogar ein. Das hatten wir einige Tage sogar nicht mehr.

In den schönen Landschaften war Anhalten leider nicht möglich

Unser Ziel ist das Cap de Creus. Der östlichste Punkt Spaniens. Man schlängelt sich durch einen Ort mit engen Gassen. Teil der Straßen ist für Wohnmobile gesperrt und das Navi muss mehrfach eine neue Route berechnen. Dann gibt es einen großen Parkplatz. Von dem soll eigentlich ein Bus fahren. Im Internet hatte ich vorher gelesen, dass im Winter die Straße bis ganz ans Ende offen ist und man selbst fahren darf anstatt den Bus zu nehmen. Die Schilder sagen auch für Autos offen. Aber für Wohnmobil gesperrt. Na toll. Wir warten auf den Bus. Aber es kommt auch kein Bus…. Es findet sich auch keine Info irgendwo. Der Ticketverkauf für den Bus ist geschlossen. Es stehen noch einige andere Camper da. Einige scheinen vom wandern zurück zu kommen. Aber 13 km sind mir heute einfach zu viel. Wir beobachten das ganze eine Weile. Einige Wohnmobile scheinen das verbot zu ignorieren und trotzdem zu fahren. Unsere Recherche sagt aber dass die Strafe mit 200€ auch nicht ohne ist.

Final entscheiden wir uns dagegen. Das Risiko einer Strafe (2x ausgeschildert, das letzte Verbot mit Videokameras ausgestattet, ist uns zu groß. Marie schläft auch hier und wir spazieren ein bisschen hin und her.

Die kleinen Dinge sollen es heute somit sein.
Wir haben einen kleinen Bach und ganz viele Blümchen gefunden.

Nachdem übernachten hier verboten ist fahren wir am Nachmittag wieder los. Der erste Platz den wir anfahren ist komplett voll.
Der zweite Platz den wir ansteuern gibt es nicht mehr. Bzw es gibt ihn noch aber eine Schranke verschließt die Zufahrt. Also gut. Weiter geht’s. Wir fahren ein Stück von der Küste weg ins Innere und hoffen dort Erfolg zu haben. Wir kommen an und es ist alles voll. Uff. Während wir stehen und auf dem Handy nach einer Alternative suchen fährt einer weg. Das ist unsere Chance und die Lücke schnappen wir uns. Da hatten wir echt Glück.

Uns reicht es für heute und wir machen uns schnell Bratwurst mit Kartoffelbrei und Erbsengemüse.

Anmerkungen von Robert:
Der erste Eindruck zählt.
Deshalb wollte ich nicht auf einer Autopista durch die Pyrenäen, sondern die Küstenstraße fahren, die wor wohl eher nicht auf einer 3-Wochen Spanien-Reise nehmen würden. Auf der Karte mit den Höhenlinien sah das schon vielversprechend aus.
Vorfreude. Bis mir einfiel, dass Franzi recht schnell schlecht wird, bei solchen Straßen. Bei Marie erweckt es den Eindruck: je kurviger die Straße, desto eher schläft sie.
Die Ausläufer der Pyrenäen sind am Meer recht zerklüftet, viele steile einzelne Berge. Auf französischer Seite wurde gerne mit Brücken und Tunneln gearbeitet. Spanier, so scheint mir, liebt eher Kurven und steile Rampen.
Dazu die beiden Grenzstädte: Cerbère (F) und Portbou (E). Wie die Bahnhöfe gelegen sind mit den Abstellgleisen im Fels ist schon verrückt. Vor allem bei den Franzosen, wenn man von der Kurvenreichen Straßen von oben darauf blickt.
Hier bietet sich mal wieder an, über eine Eigenart des Ford Transits zu sprechen (ich weiß, andere Hersteller haben genau so ihre).
Es gibt den Transit unserer Baureihe mit zwei Tankgrößen. 90 Liter und irgendwas um die 70l. Wir haben den großen.
Ich vermute: beide haben den gleichen Schwimmer. Die Tanknadel geht kaum runter, nachdem man die ersten 300km fährt. Danach von langsam in Richtung freier Fall…
Wir hatten uns mit Rückreisenden aus Spanien getroffen, die meinten, der Diesel liegt da bei 1,22€ bis 1,30€, im Vergleich zu Frankreich mit 1,67 bis 1,78€/l.
Klar, dass ich mir da nicht noch in Frankreich den Tank noch voll bis unterstützt Dach mach. Franzi wusste bescheid, meinte, es gibt noch Tankstellen. Aber das Netz viel dünner. Restreichweite waren noch 157km für 44km.
Endlich in Spanien. Ich war beeindruckt. Erste Tankstelle, kein Dach, zwei Zapfsäulen, jede für eine Sorte, ziemlich angerostet und mit diesen drehenden Ziffern wie bei einer alten Kasse. Erinnerte mich an Minol von früher. Wir fahren weiter. Tankstellen sind echt rar. Eine wurde frisch beliefert. Ein LKW: kein Platz mehr, als wir rein wollten, wurden wir direkt weitergewunken. Und die niedrigen Preise haben wir auch nicht gesehen.
Größtes Ärgernis sind temporäre Bauarbeiten inklusive wilder Beschilderungen. Ein Pappschild mit Verbot von >3,5t. 8x umwickelt mit Polizeiabsperrungsband, aber teils auch über die 4 Zeilen Text, die wir gar nicht so schnell erfassen konnten. Die untere Hauptstraße war gesperrt und wir wurden über steilste Rampen ca 200m höher bei Privathäusern vorbeigeschickt, wo alles krumm und schief war: Dachkanten, Schilder, Balkone, Äste von großen Bäumen und am Ende der Steigung hat man Angst, aufzuliegen…
Und das Navi weiß nicht, wie breit/hoch/schwer/lang wir sind.
Franzi meinte, als wir (geschätzt war das mehr als 25%) mehrere Querwege steil bergab fuhren: hier muss die Tankstelle sein. Ich hatte sie nicht gesehen. Von oben hätte das ein normales Haus sein können.
Beim Bezahlen (die Einfahrt war schon eng, nur in zwei Zügen machbar), wurde ich vom Verkäufer schon komisch angeguckt, beim Rausfahren aus der Straße wussten wir auch, wieso: das war die Straße, die für Wohnmobile gesperrt war. Blöd nur, wenn man die nur vorne und hinten sperrt. Wir sind mit Navi zur Tankstelle gefahren. Jedes mal, wo wir nicht rein fahren durften, fuhren wir weiter, bis es klappte. Zum Glück kam uns da runter keiner entgegen.
Und was sich auch herausstellt: die Beschilderung ist, ebenso wie Frankreich, nicht optimal. Wenn man an einer Y-Gabel befürchtet, dass das Navi einen in eine Sackgasse schickt, liegt eher an der deutsche. Gründlichkeit. Da stehen die Schilder immer rechts von der Straße.
In F und E war das bisher nicht immer der Fall. Aber macht es nicht immer einfacher.
Fazit: Spannung und Fahrspaß ist garantiert, Durchschnittsgeschwindigkeit heute: <37km/h. In den Bergen dauert alles seine Zeit.
Zudem hoffen wir, dass die Campingplätze deutlich mehr werden. Ist schon irre, wie viel hier Mitte Februar unterwegs sind…