Tag 70 - Desfiladero de Las Xanas
Die Wolken im Tal sind am Morgen leider genauso vorhanden wie am Abend. Das ganze Tal ist zugezogen. Aber was soll’s.
Also hier sind Menschen in grün mit Ferngläsern und suchen den Hang ab, also bestimmt nach einem Tier. Gestern Abend waren zwei Männer da und sind irgendwann los gewandert und kamen spät zurück und heut morgen ist ne Frau da. Vielleicht suchen die einen Bär 😁 wir wissen es nicht, wir suchen auf jeden Fall das Unbekannte mit. Wir wandern los. Es geht nur bergauf. Erst steil ein Stück entlang der Straße. Dann biegen wir ab in die Berge. Der Weg wurde beworben mit „mystisches Tal mit einer sage zu Wassernymphen“. Die Vorstellung war daher irgendwas in Richtung einer Klamm. Aber stattdessen gehen wir immerzu bergauf und schrauben uns in die Berge an einer Felskante entlang. Der Weg ist einfach mal so in die Wand gehauen. Unsere Suche ergibt übrigens nix. Wir finden keinen Bär aber auch sonst nix besonderes und die Frau bleibt weit hinter uns zurück. Die Landschaft ist schön, die Felsen sind hoch, die Schlucht eng, die Wolken hängen tief, das Wasser rauscht ganz ganz weit unter uns. Wir hören Ziegen, wir sehen Ziegen und Zack sind da auch die Hunde dazu. Drei riesige Herdenschutzhunde; jeder größer als die Ziege und eher so gros wie ein Esel. Einer hat Schicht und guckt uns an und wartet was wir tun. Die anderen beiden dürfen schlafen. Da wir auf dem Weg bleiben kommt er nicht zu uns und macht nix. Dann kommt ein Jogger von oben runter, da beobachten wir was die Hunde tun. Der mit Schichtdienst bellt ordentlich aber kommt auch nicht näher. Die sind also wohl auch bei Joggern ok, solang man weit genug weg ist. Der verrückte Jogger kommt uns noch öfter besuchen, er rennt nämlich mehrfach hoch und runter. Das scheint seine Trainingsstrecke, aber er ist auch bei Runde drei noch gut gelaunt und kaum kaputt, verrückt, ich schnaufe schon ordentlich, obwohl Robert heut Marie schleppt. Wir gucken also immer wieder die Aussicht auf Berge und das Tal und wandern nach oben bis wir irgendwann auf Höhe des Baches sind und den sehen. Es ist alles super feucht und wir viel im Nieselregen, aber die Schnecken finden es top und es hat hier sehr schöne. Dazu finden wir eine sehr kalte Blindschleiche und Kaulquappen. Irgendwann verlassen wir unser schönes Tal und kommen in einem Ort. Der ist sehr putzig und hat noch schicke alte Häuser. Von da geht es weiter noch einen Berg hinauf zu einer Kirche. Hinter der Mauer der Kirche guckt uns ein Schaf an. Dann kommt noch eins. Naja was fehlt also noch … drei Herdenschutzhunde. Die kommen dann auch. Wir laufen mitten durch deren Herde. Uns bleibt irgendwie auch nix anderes übrig. Die Schafe laufen auf uns zu und das rechts und links von uns. Dazu kommen ein paar Pferde und Esel. Die Hunde gucken, aber lassen uns ohne Probleme durch. Uff. Die Hunde sind schon ein bisschen gruselig. Unser Weg führt uns durch einen weiteren Ort, der aber schon mehr ausgestorben wirkt. Ein Auto kommt uns entgegen den zwei Hunde hinterher laufen (aber normale Hunde). Nach dem Ort geht’s wieder in die Wildnis. Da könnt ihr direkt raten was kommt. Klingel… Klingel…. Da oben am Berg steht ne Ziege. Ok da stehen noch mehr Ziegen. Dann suchen wir wohl mal die Hunde dazu um zu sehen ob sie kommen oder nicht. Diesmal machen sie ordentlich Lärm und kommen ein Stück den Berg runter zu uns bleiben dann aber mit viel Abstand stehen. Wir gehen langsam aber zügig weiter und sind dann doch froh das letzte Stück entlang der Straße zu wandern. Als wir am Parkplatz ankommen ist der rappel voll. Jede Lücke ist besetzt und sogar entlang der Straße stehen sie. Also die Route ist echt viel begangen. Wir tauschen die nassen Sachen gegen trockene und fahren dann weiter nach Norden bis Oviedo (noch schnell einkaufen) und dann nach Osten bis Cangas de Onís: das Asturische Tor zum Nationalpark Pico de Europas. Leider hängen auch hier überall Wolken und wir sehen die Schönheit der Berge nicht. Morgen gehts hoffentlich in den Nationalpark. Dazu brauchen wir noch ein Ticket, da der Einlass reglementiert ist und nur am Wochenende erlaubt ist. Plan ist mit einem Bus morgen in die Berge zu fahren und zwei Bergseen zu erkunden. Mal sehen ob das gelingt. Traumhaftes Wetter werden wir wohl auf keinen Fall haben.