Tag 4 - Déjà-vu

Irgendwie kommt uns das alles zu sehr bekannt vor…

 

Wir sind gestern abend einfach am Parkplatz der Aussichtsplattform stehengeblieben. Weil:
a) da war es schön
b) da war niemand und wohnt keiner
c) der Wetterbericht sagt für morgen und übermorgen nur Regen voraus.
Eigentlich hatten wir vor, eine schöne Wanderung einem Wasserfall zu gehen. Da es aber die Nacht zu Mittwoch sich so gut ein geregnet hat und die Wolken so tief hingen (und Franzi bei einer Wasserfallwanderung in Chile so ihr iPhone verloren hatte (Wasserschaden)), wollten wir das Risiko nicht eingehen und haben uns überlegt, die Tage im strömenden Regen mehr Strecke in Richtung Mittelmeer vorzunehmen. Spaß bei Seite, es ging hier natürlich nicht ums Smartphone, sondern darum, dass auch Marie sich hier nichts einfängt oder sich erkältet.

Also eingestiegen, runter zum Lac de Bourget (See von den gestrigen Bildern) über Aix-les-Bains grob Richtung Süden. Vllt vorbei an Grenoble, aber auf jeden Fall nach Valence, da wir dort eine schöne Route haben, da aber sicherlich später mehr.

Der Start verlief holprig. Am Parkplatz hab ich das Auto abgewürgt. Ungewöhnlich. Weiter unten Richtung See beim Vorfahrt beachten wieder… Irgendwie passte was nicht ganz.
Da wir eh einkaufen mussten, haben wir unten in Aix-le-Bains (die große Stadt am Fuß des Sees am gestrigen Bild) auf einem großen Supermarktparkplatz gehalten und eingekauft. Immer noch strömender Regen… Beim Losfahren dann: Abblendlicht defekt. Draußen geglückt: alles ging. Nur die Zeiger im Tacho ruckelten komisch. Dazu noch Airbag-Lampe. Und das Radio rauschte und zeigte den 01.01.2018 00:00.
Zum Glück neben dem Supermarkt und der Tankstelle: ein AutoSchrauber ähnlich ATU. Batterie war da, aber keine Zeit. Erst nach dem Wochenende…

Allerdings war mir das Prozedere bekannt, denn während dem Ausbau hatte ich Ähnliches erlebt. Der Transit hat ein sogenanntes Winterpaket: zwei 12V-Batterien unter dem Fahrersitz. Die erste für Anlasser, Beleuchtung zum Starten und die wichtigen Dinge, dann die zweite mit Trennrelais verbunden für die „nice-to-have“-Dinge. Frontscheibenheizung, Radio, Funkfernbedienung. (Und die wollte in Erfurt vor dem Losfahren nicht wirklich…)
Vorteil von dem vielen Gewicht auf der Vorderachse: Grundsätzlich stirbt als erstes immer die Zweitbatterie, denn beim Starten werden beide immer zusammengeschalten. Man kann also noch den Motor starten. Sollte aber dann die Batterie schnell tauschen.
Wir haben dann gleich ein Ford-Autohaus gesehen und sind rangefahren: leider keine Zeit… nächste Woche. Aber: wir bekamen einen gelben Zettel mit Namen einer Werkstatt, bei der wir es probieren sollten. Gleiches Gewerbegebiet, 1,3km weiter. Also dahin. (Ewig wollte ich das Auto nun nicht neu starten…). Dort angekommen (und etwas eng für unseres Fahrzeug sagte man uns, wenn es nur die Batterie sein soll, sollen wir bitte 150m weiter fahren. Da wäre ein Batteriespezialist. Selbstverständlich gab es den Namen auf gelbem Zettel…

Dort angekommen wurde durchgemessen: 2. Batterie war tot (auf dem Weg dahin ist noch der Bordcomputer mit Tempomat, Kilometeranzeige und Verbrauch einfach ausgegangen…). Und der Starterbatterie ging es nicht viel besser. Für PKWs gabs ein 3*3m-Zelt, unser Mechaniker, da die Halle belegt war, half uns sofort und wechselte beide Batterien, ohne den Fahrersitz auszubauen. Beeindruckend, da da nicht viel Platz war.

Franzi wartete mit Marie im Warmen.

Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit fuhren wir gen weiter gen Süden, machten Pausen von Marie abhängig. Mittag machten wir auf einem der seltenen Parkplätzen mitten in einem Ort und zum Mittagsschlaf von Marie spazierten wir tatsächlich zu den ersten Sonnenstrahlen bei 14°C durch die Ortschaft vorbei an einer Kirche, einem alten Kloster hin zu einer Burg (inzwischen alles umringt von Wohnungsgrundstücken bis an die Ruinenmauern…) und anderen Französischen Eigenarten.
Aber: mit Kind reist man definitiv anders. Die Prioritäten verschieben sich. Wie hier: langweiliche Burg statt Wasserfall, kleine Etappen, statt größere Sprünge. Aber das spielt sich ein.
Danach spielten wir noch und tobten im Bett. Anschließend fuhren wir bei schönem Wetter weiter bis zu einer Übernachtungsmöglichkeit in einem Tal voller Wallnusbäume. Der Besitzer lädt ein, auf seinem Hof zu stehen. Wir werden verschiedene Wallnuss- Marmeladen testen.

Fazit: Déjà-vu
Egal ob Schweiz (Riehmenscheibe und Nebenaggregateriehmen und Zubehör, später folgte ein verschmorter ABS-Sensor), Südamerika (Leistungsverlust, defekter Fensterheber (Fenster ging nicht mehr zu), jetzt die Batterien.
Irgendwas war immer. Lediglich Norwegen ist hier die positive Ausnahme.
Aber es wurde uns super schnell und freundlich geholfen, sodass wir gut und sicher am Stellplatz angekommen sind.

Dafür gab es auch andere positive Erlebnisse: der zweite Zahn ist endlich durch (und wir haben zumindest ein Bild mit Zahn – ist echt schwierig, das festzuhalten) und wir können endlich frei sitzen, ohne umzufallen.

Reinzoomen für Zahn...
Ich sitze jetzt auch alleine 🙂
Ruine, 12.Jhd. mit Fensterglas...