KW 37 - Rotznase und Heldentrail
Wir starten die Woche mal ganz anders. Alle Termine fallen aus. Marie hat seit Samstag eine kleine Rotznase. An sich nicht dramatisch, tagsüber läuft die Nase und Marie ist gut drauf. Nachts ist durchwachsen und wir schlafen auf dem Sofa im sitzen, da läuft auch einfach alles raus. Da Anne (unsere Physio) aber wenige Wochen vor der Entbindung steht, wollen wir sie nicht anstecken und sagen ab. Frühförderung haben wir auf eine Doppelstunde am Dienstag verschoben, da da ein anderes Kind ausfällt und Nicole mehr Zeit hat. So haben wir am Montag plötzlich viel Zeit. Wir fahren somit zum shoppen in die Stadt. Robert wünscht sich für den nächsten Lauf ein paar neue Laufsocken. Der Laufladen wird sowas schon haben… Dort angekommen sind drei Verkäufer für mich da. Einer hört sich meinen Wunsch an und zeigt mir auf, warum ich die nicht einfach kaufen kann. Robert hätte gern lange Socken. Da muss man die Wadendicke kennen und nicht nur die Schuhgröße. Ich schätze Robert eher auf dünne Waden. Seine Messung, über ein Mauskabel auf Arbeit, sagt das auch. Ich bekomme nun Socken zum testen in verschiedenen Größen mit nach Hause. Er soll damit Probe laufen und dann fahr ich hin und kann welche kaufen. Alles nicht so einfach. Während ich also die Anleitung zum Socken kaufen bekomme, hat Marie die Laufbahn für sich. Die anderem beiden Kollegen passen auf und Marie kann hin und her düsen. Der beste private Spielplatz überhaupt. Danach gehen wir noch in den Buchladen. Ich hätte gern was Neues zum Lesen. Wir testen uns durch verschiedene Soundbücher und diverse andere Bücher. Es gibt so viele tolle Bücher. Am Ende wird es ein Soundbuch mit Instrumenten. Die Tiere im Wald spielen Musik und Marie hat Knöpfe um diese zu starten. Ich hoffe dass sie damit endlich das Drücken mit dem Zeigefinger lernt. Mal sehen. Dann gehen wir noch was zum Essen einkaufen und fahren zurück. Das Abendessen gestalten wir ganz romantisch. Wir haben heute schon den zweiten Hochzeitstag. Ich mach es mir aber leicht und kaufe Kuchen und wir essen ganz entspannt daheim zu Abend. Marie zerlegt unser Obstherz und lässt es sich auch schmecken. Verrückt dass schon wieder zwei Jahre rum sind.
Dienstag geht es in den Kindergarten. Heute ist Tanzparty. Nachdem wir eine Runde getanzt haben und die meisten Kinder doch wieder woanders hin geflitzt sind, geht es weiter mit Straßenmalkreide. Da muss man nur sehr aufpassen, dass Marie nicht alles isst. Und man sieht danach aus… Aber egal. Am Ende gehen wir noch Löwenzahn sammeln, um die Hasen füttern. Marie rupft zwar eher willkürlich alles grün ab und nicht nur Löwenzahn, aber sie macht mit. Dann geht es heim, schnell schlafen bis Nicole kommt.
Diesmal hat sie einen Igel dabei. Bei dem üben wir die Noppen rein zu drücken. Und sie hat eine leuchtende Lichterschlange, die man lang und kurz schieben kann. Marie ist ganz fasziniert. Danach ist sie so müde, dass wir spazieren gehen und Marie wieder schläft. Spielen mit Rotznase ist auch einfach anstrengend. Am Abend kommt dann auch noch Fieber dazu. Das kommt aber nicht von der Erkältung, sondern eher als Impfnebenwirkung von letzter Woche. Das hatte die Ärztin schon angekündigt. Anstrengend ist es aber so oder so für uns alle, egal wo es her kommt.
Am Mittwoch ist unser freier Tag. Eigentlich wollte ich zum Mama-Sport, aber mit Fieber und einem sehr schlecht gelauntem Kind ergibt das keinen Sinn. Da Marie daheim aber nur getragen werden will und sehr unzufrieden ist, gehen wir Bahn fahren. Da kann sie aus dem Fenster gucken und ist beschäftigt. Sie liebt es dort, das Stehen zu üben. Man kann andere Leute gucken, die meisten winken oder machen Quatsch mit ihr. Aus dem Fenster schauen geht auch immer. Wir nutzen die Fahrt in die Stadt dann gleich dazu, unsere Testsocken zurück zu geben und passende zu kaufen. Auch diesmal sind wir allein im Laden und Marie nutzt ihre Chance zum krabbeln. Da ist die schlechte Laune kurzzeitig verflogen. Es ist ein ständiger Wechsel zwischen gut gelaunt, heulend und schlafend. Aber der Tag verfliegt.
Unser Donnerstag ist gut gefüllt. Schritt eins: wir kaufen einen Kindergarten Rucksack für Marie. Ich schau seit einer Weile und lese mich ein. Beim shoppen hab ich die Woche verschiedene getestet. Da Marie aber so klein ist, will ich unbedingt ein kleines Modell aber mit gutem Trägersystem. Da bleiben nicht viele Firmen übrig. Dazu will ich einen coolen, den sie leicht erkennt. Den auch wir leicht erkennen. Final wird es ein kleiner Freund von Affenzahn. Ich hab Robert die verschiedenen Modelle gezeigt. Und das eine war sofort sein Favorit – eine leuchtend orange Krabbe. Das Tier hat bestimmt keiner und die Farbe fällt auf, auch im dunkeln wird Marie damit gut gesehen. Der Zufall ist mit uns und es gibt bei Kleinanzeigen einen gebrauchten Rucksack in Erfurt. Ich schreibe die direkt an und die antworten sehr nett, sodass ich den Rucksack heute morgen abholen kann. Für die ersten Jahre ist Marie damit jetzt mit einem Rucksack ausgestattet. Wenn der zu klein ist, hat sie bestimmt einen eigenen Willen und kann sich den nächsten selbst aussuchen. Bis dahin geht sie gemeinsam mit ihrer Krabbe in den Kindergarten. 😁 Am Abend testet sie mit Papa den Rucksack und beide sind begeistert.
Nach unserem Shoppen des Rucksacks gehen wir zum Ohrwürmchen- Kurs. Da wir bissl zu früh sind kann Marie in Ruhe ankommen und ganz allein das Bällebad testen. Da war sie noch nie drin, findet es aber super und wirft alle Bälle raus (naja zumindest einige und ich werfe zurück). Auch heute findet sie Musik super und trommelt eifrig. Diesmal sogar mit zwei Stäben gleichzeitig. Nicole wäre begeistert das zu sehen. Mit beiden Händen gleichzeitig Dinge tun ist nämlich noch schwer. Die Stunde vergeht super schnell. Bei Musik ist ihr auch das Fieber egal und die Laune ist gut. Daheim war sie eine Klette und unzufrieden. Wie unterschiedlich das sein kann, je nachdem wo wir sind…
Da ich keine Lust habe den Tag daheim zu verbringen bei der wechselnden Laune fahren wir in den Zoo. Frische Luft schadet nicht. In der Trage kann sie kuscheln oder eben die Welt entdecken. Erster Stopp sind heute die Flamingos. Es ist nix los und wir können lange direkt an der Scheibe sitzen. Wir essen mittag, schlafen, gucken Ziegen und Elefanten. Ein paar Stücke krabbelt sie selbst. Nur ist dabei jeder Busch gefühlt spannender als die Tiere. Um drei Uhr reicht es mir und wir machen uns auf den Heimweg. Wir müssen noch einen Stopp beim Einkaufen einlegen und die letzten Dinge fürs Wochenende besorgen. Schließlich hat Robert Großes vor. Den Abend verbringen wir dann auch schon mit den Vorbereitungen fürs Wochenende und packen Klamotten für ein paar Tage in Suhl mit dem Camper.
Freitag geht endlich das Fieber runter und die Laune wird bisschen besser. Wobei sich das mittags auch schon wieder zum Negativen ändert. Marie schläft ewig und nach dem Aufstehen sprinten wir quasi direkt zum Musikkurs. Heut wird anfangs getrommelt und dann kommt ein Xylophon aus einzelnen Soundröhren zum Einsatz. Die Dinger sind echt laut und die Kinder hämmern fröhlich drauf. Dazu ist heut das Herbstlied mit einem Karren im Mittelpunkt. Ich kannte es nicht, aber die anderen Mamas schon. Zu dem kann man zumindest trommeln. Wobei mir letztes mal die Lieder besser gefallen hatten. Dann geht schnell heim und essen kochen. Es gibt ein spezielles Läuferessen mit vielen Kohlenhydraten und wenig Ballaststoffen.
Essen, alles packen und Marie zum schlafen bringen. Wobei letzteres am Schwierigsten ist. Dann starten wir auch schon nach Suhl zum 10. Südthüringentrail. 18 Uhr gibt es eine Einweisung, die müssen wir erreichen, daher ist heut alles knapp getimt und muss zügig klappen.
Die Fahrt klappt problemlos und wir sind mit Puffer in Suhl. Wir bekommen einen schönen Parkplatz am Rand neben bereits einigen anderem Campern und richten es uns gemütlich ein. Dann erkunden wir das Gelände, den Start und das Ziel, holen Roberts Startunterlagen und den Tracker für das Rennen. Abend gibt es noch eine Pasta Party. Die Läufer bekommen eine Portion Nudeln gratis. Marie und ich können für 3,5€ auch eine Portion kaufen und uns schmecken lassen (es war eine sehr leckere, große Portion). Dazu spielt ein DJ Musik und Marie tanzt freudig. Um 19 Uhr ist hier Feierabend, entgegen vieler anderer Läufe und alle verkriechen sich in ihre Autos oder fahren zum Hotel. Wir kuscheln uns ins Bett und Robert packt final sein Equipment.
Am Samstag klingelt um 4 Uhr der Wecker. Robert steht auf und macht sich fertig. Da er diesmal sehr schnell ist kuschelt er sich nochmal zu uns ins Bett. Marie ist entspannt und schläft einfach weiter. Dreiviertel fünf geht es für Robert zum Start. Den werde ich diesmal verpassen und einfach mit Marie im Bett bleiben. Aus dem Auto höre ich die Musik und den Startschuss. Dann ist wieder Ruhe auf dem Gelände. 199 Plätze gab es für den Heldentrail (mit 65km und 2500hm die längste und steilste Strecke). Robert hat sich recht spät angemeldet und die Nummer 198 ergattert. Nach 1,5 h Lauf wache ich wieder auf und schau am Handy, wie es läuft. Sein Ziel war mit 9 Stunden im Ziel zu sein. Ich vermute, dass schafft er schneller. Und der Anfang sieht auch sehr gut aus. Die ersten Berge sind erklommen und er ist in den Top 20 im Feld. Mega gut. Um 7 Uhr starten dann die Läufer auf dem Riesentrail. Dieser ist 17 km kürzer als der von Robert. Marie schläft immer noch. Nach 8 wacht sie gemütlich auf, wir spielen im Bett und frühstücken. Gegen 10 Uhr gehen wir mal raus zum Start und warten auf Robert. Er kommt nämlich hier vorbei. Die Route ist wie eine 8 aufgebaute und Start/Ziel sind der Knoten in der Mitte. Robert liegt immer noch in den Top 20. wir schicken ihn mit einem Kuss auf die letzten 17 km (das ist die kürzeste Strecke, der Wichteltrail). Offizieller Start ist da 10:30Uhr, die Schnellsten werden Robert dann bald einholen. Für uns sind das nochmal zwei Stunden ungefähr bis zum Zieleinlauf. Die Zeit spielen wir auf einer Decke vor dem Camper und essen was. Dann gehts zurück ins Ziel. Marie schläft auf meinem Arm ein und verpasst den großen Moment. Da stört keine Musik und keine Klingel. Nach nur 7 Stunden und 14 Minuten ist Robert auf dem 14. Platz gut im Ziel angekommen. Erstmal ankommen, trinken, essen. Dann Medaille und Zielgeschenk (eine Basecap) entgegennehmen. Danach noch das Finisher T-Shirt abholen. Den Nachmittag verbringen wir ganz entspannt, Robert geht duschen, ich esse einen Burger mit pulled Kassler – lecker aber anders als erwartet. Ein Stück Kuchen gibt es dann auch noch und ein paar Gespräche mit anderen Läufern. Zum Abendessen sichern wir uns Bratwurst und Rostbrätel. Wir genießen die Sonne und lassen dem Tag ausklingen. Wir bleiben die Nacht noch ganz entspannt hier im SIMSON-Park auf der großen Wiese stehen.
Am Sonntag starten wir ganz gemütlich nach einer ruhigen Nacht. Nach des Frühstück fahren wir zum Meeresaquarium in Zella-Melis. Dort treffen wir Oma und Opa und dem Onkel Lukas. Lukas hat heute Geburtstag und statt zu feiern gehen wir Fische, Haie und Krokodile gucken. Da es heute regnet ist das perfekt so. Marie kann ganz fasziniert bunte Fische gucken und wir haben einen schönen Sonntag. Damit ist schon wieder eine Woche voller Erlebnisse vorbei.
Die Bilder aus dem Meeresarquarium gibt es dann am Montag in einer Woche, denn wir wollen euch ja nicht mit Bildern überfluten. 😉