Tag 68 - Castillo de Ponferrada
Eigentlich wollten wir zu einer ehemaligen römischen Goldmine las medulas, die im Tagebau und unter Tage betrieben wurde. Aber zum einen ist auf dem einzigen Parkplatz Wohnmobil und Minibus verboten und zum anderen ist das Gebiet letztes Jahr durch ein Feuer niedergebrannt, sodass wir diesen Punkt aus unserer Liste streichen. Stattdessen fahren wir weiter bis Ponferrada. Eine Großgemeinde mit viel Bergbau und Industrie, aber auch mit einer beeindruckenden Burg der Tempelritter. Es gibt einen großen kostenlosen Parkplatz nah an der Burg und wir können von dort hin spazieren. Mit seiner Fläche von 8.000 m² gilt es als eine der bedeutendsten Burgen im Nordwesten der Iberischen Halbinsel und ist das wichtigste Wahrzeichen der Stadt Ponferrada. Durch die Burg führen uns zwei Rundwege, einer durch den alten Teil und einer durch den neueren Teil. Alle Räume sind geöffnet und können besichtigt werden, aber bis auf ein kleines Museum ist alles leer. Der Ursprung geht auf das 11 Jahrhundert zurück, zwischen dem 12 und 14 Jahrhundert lebten die Tempelritter dort und bauten die Burg weiter aus. Die Tempelritter hatten das Ziel die Pilgerer auf dem Jakobsweg (der hier entlang führt) vor muslimischen Einflüssen zu schützen. Daneben auch dem König zu dienen und Streiterein zwischen verschiedenen Adligen zu verhindern (zumindest haben die das behauptet). Nachdem die Tempelritter zu viel Macht erlangt hatten wurde der Orden von den Herrschenden aufgelöst und die Burg ging an den König. Jeder, der die Burg besaß, hat wohl weiter gebaut und die Anlage noch sicherer gemacht. An der einen Seite waren zum Beispiel nur eine dünne Wand weil der Fluss dort entlang führt und an der anderen Seite ne Mega dicke Wand und zwei Wehrgänge, weil wenn, dann von dort ein Angriff kam. Die Burg wurde auf jeden Fall in der aktuellen Zeit top saniert und für Besucher und Veranstaltungen hergerichtet. Es gab ein total schönes Beleuchtungskonzept, da hätte sich die Alhambra was von abschauen können (oder den Planer mal dahin holen sollen). Dann gibt es noch eine Bibliothek der Tempelritter mit Büchern. Aber was für Bücher: uralt vor Erfindung des Buchdrucks,, handgeschrieben und gemalt, mit Gold verziert, mit detailreichen Karten, ein Sammelsurium aus verschiedenen Nationalbibliotheken. Aus Samt, mit Metallriegeln, alte Karten, die Europa so grob treffen, aber äußerst detailreich gezeichnet… ,Die waren auch echt beeindruckend.
Nach echt viel Zeit in der Burg, um die 3 Stunden, gehen wir zurück zum Auto zur Mittagspause. Dann heißt es für uns: Weiterfahrt in die Berge zu den Bären. In Spanien leben tatsächlich noch Bären. Nächstes Ziel ist ein Naturpark in den Bergen mit der größten Population an iberischen Braunbären (laut Wikipedia 150 Tiere und damit sehr sehr sehr unwahrscheinlich einen zu finden). An der Straße kommen wir tatsächlich ein paar mal an ein Schild „Achtung Bären“. Ich weiß ja nicht wie oft da wirklich ein Bär über die Straße läuft, wir hatten kein Glück. Wir fahren also Serpentinen entlang und kommen immer weiter in steiniges Gebiet. Die Berge werden höher, Schnee liegt noch auf den Gipfeln, Gipskarst guckt immer mehr raus und die Vegetation nimmt ab. Ihr könnt euch vorstellen: Robert gefällt‘s (mir aber auch). Wir fahren in ein Bergdorf mit Campingplatz und lassen uns zwischen den Gipfeln nieder. Hier ist auch wieder alles ganz entspannt, der Check in erfolgt per Telefon und dann einer WhatsApp mit dem Code für die Schranke, bezahlen tun wir im Hotel nebenan. Der gute Mann an der Bar hat ein Glas mit dem Logo des Campingplatz drauf und wirft unser Geld da einfach rein. Na wird schon passen, Quittung oder Nachweis gibt es keinen, echt entspannt hier und mit viel Vertrauen. Morgen wollen wir wandern. Die Chance auf Bären sind aber gering, braucht euch keine Sorgen machen 😁 und wenn wir einen sehen, feiern wir das Erlebnis, die sind ja lieb.