Tag 67 - Marie lernt Keyboard und O Cebreiro

Wir starten heut mal früher in den Tag nachdem wir gestern auch viel früher eingeschlafen sind (vll kommen wir ja in einen normalen Rhythmus zurück). Uns lacht ein schöner Sonnenaufgang an, so lässt es sich doch in den Tag starten. Bis ich das Frühstück fertig habe ist die Sonne allerdings schon wieder hinter Wolken verschwunden und der Wind ist ganz schön frisch.

Ziel für heute ist der Herkulesturm in A Coruña (La Coruña). Das ist ein römischer Leuchtturm aus dem 2. Jahrhundert, der heute noch aktiv ist und für die Seefahrt genutzt wird und der älteste aktiv genutzte Leuchtturm der Welt. Er ist auch UNESCO Welterbe. Wir verlassen also unseren Spot und fahren an der Küste entlang in die Stadt. Wir kommen noch an ein, zwei Stränden vorbei und dann plötzlich hinter Bergen geht die große Industrie los. Riesige Schornsteine, riesige Fabriken, alles alt, alles raucht, alles wirkt dreckig. Robert kann sich nicht erinnern, ein derart großes Industriegebiet auf der Reise innerhalb Spaniens gesehen zu haben. Als wir uns dem eigentlichen Zentrum der Stadt nähern, die auf einer Halbinsel liegt, lachen uns die Schilder zur Umweltzone mit „Plakette grün“ an. Alles Videoüberwacht. Wir biegen in der Not spontan anders ab. Die alternative Route, die es gibt zeigt aber das gleiche blöde Schild. Ich recherchiere beim fahren noch ob wir die Norm erfüllen und rein fahren können.

Aber Überraschung: das tun wir nicht.
Stellt euch vor, es gibt eine EU, die meint, soetwas wie Umweltzonen einführen zu müssen. Dann gibt sie Richtlinien raus (ab wie viel Einwohner Zonen errichtet werden, welche Einstufungen es gibt, etc.). Und dann gibt es wohl immer ein paar Musterschüler, die herausstechen wollen.
Bei Umweltzonen ist das definitiv Spanien. Städte mit 100.000 Einwohnern haben hier schon Umweltzonen, woanders reicht auch das Doppelte…, dazu hat man auch die Autos anders eingruppiert:
Was in Deutschland, so wie wir, ne grüne Plakette hat (z.B. Euro 4/5, Diesel mit DPF), darf hier nicht mal reinfahren. Es dürfen nur ab Euro 6 – Diesel in die Stadt.

Vollkommen egal, wenn das Containerschiff im Hafen ablegt, und die Wolke Schiffsdieselabgas über die Halbinsel weht. Oder die Abgase aus dem Industrieviertel.
Total lächerlich weil sich bis eben keiner für Umwelt und Schadstoff interessiert… Aber die Strafen sind einfach zu hoch das zu probieren. Alles ziemlich doof. Aber es gibt auch weit und breit keinen Parkplatz um den Rest zu laufen oder den Bus zu nehmen. Genervt und gestresst stell ich einfach das nächste Ziel ein. Raus aus der Stadt, weg vom Strand und wieder in die Berge. Wir haben uns dazu entschieden die nächsten Strände weg zu lassen und die Route in den Bergen zu nehmen. Da Robert die Strände langweilig findet und wir beide Seiten nicht mehr schaffen müssen wir uns entscheiden. Wir machen heut also maßgeblich Strecke. Endlich mal ne Autobahn und zügig weiter kommen. Erstmal bis Lugo. Dort gibt es immerhin noch einen Lidl zum einkaufen. Dann Mittagspause und schlafen. Diesmal schläft Marie während wir shoppen gehen. Ein riesiges Einkaufszentrum. Diesmal gibt es einen Laden mit ganz ganz viel Kinderspielzeug und auch was für Kleinere. Nachdem ich schon ne Weile nach was neuem suche, entscheiden wir uns heut tatsächlich ein neues Spielzeug mitzunehmen. Ein Keyboard 😁 das Teil macht Lärm, die Tasten gehen und jedes Tier hat eine Trommel und es spielt Melodien. Marie schafft es auch selbst zu bedienen. Mega. Damit ist sie heut gut beschäftigt und hat Spaß. Wir fahren am Nachmittag nochmal weiter nach O Cebreiro. Ein kleines Dorf am Jakobsweg mit römischen Hütten. Ein wichtiger Stopp für die Pilgerer. Dazu hat einer am Jakobsweg Dudelsack gespielt, falls ein Pilgerer vorbei kam. Es ist winzig und hübsch. Wir spazieren eine Runde und genießen die Aussicht. Dann geht’s nochmal ne halbe Stunde weiter zum Stellplatz. Morgen geht’s dann weiter in die Berge.

Das wäre der Leuchtturm gewesen (Quelle: Wikipedia...)
Pilgerkirche im Ort der Römer
Hier ein Jakobsweg...
Hier gabs für Pilgerer Dudelsackmusik
Danach das volle Programm: Muscheln, Wegweiser, Wanderstöcke, Regenjacken, ... ach, und Unterkunft...
Aller Anfang ist schwer ...
dann klappte es schnell besser ...
und hier Marie kurz vor dem Batteriewechsel...