Tag 60 - Nationalpark Peneda-Gerês: Sete Lagoas Wanderung

Es regnet heut morgen immer mal wieder und wir starten sehr ruhig mit spielen im Camper. Dann geht’s zum Vormittagsschlaf einkaufen. Marie schläft halt einfach nicht im Auto… danach fahren wir weiter nach Norden. Nochmal 60 km mit 1,5 Stunden, kleinste Straßen erst durch Dörfer und dann durch die Berge. Wir machen an einem Parkplatz Mittagspause und fahren dann bis ans Ende des Tals zum Start der Wanderung. Die ist ausnahmsweise nicht vom Rother Wanderführer sondern von anderen Reiseberichten übernommen. Wir sind jetzt im Nationalpark an der Grenze von Portugal und Spanien.

Marie schläft in der Trage ein, da sind wir noch gar nicht wirklich los gelaufen. Wir haben eine Runde von 11 km vor uns und ein bisschen Berg. Wir wandern links von einem Bach stetig berghoch. Schmale Pfade, Steine, Ausblick ins Tal und auf die Berge. Wir passieren eine Ziegenherde mit Wachhund, der oben auf einem Fels liegt, zweimal bellte, aber sich nicht für uns interessiert. Ansonsten finden wir heut mal zwei Frösche. Sonst aber nix. Das Schild hat zwar behauptet, es gibt Wölfe, Rehe, Füchse, Hasen, Wildschweine, ein besonderes Huhn und die iberische Ziege. Aber wir finden davon nix. Dazu sind viele Flächen bewusst abgebrannt worden. Da kam gerade neues Gras und Farn durch die verkohlte Landschaft. Es dicht echt nach Asche… Manche Kiefern, die groß genug sind, haben das Feuer überlebt. Teilweise war der Weg von allen Seiten mit 2m hohen Ginster zugewuchert, da wäre ein Feuer vllt. angebracht 🙈
Dann kommen wir oben an und finden die Sete Lagoas. Auf deutsch die sieben Seen. Es läuft ein Bergbach entlang, der sich immer wieder zu kleinen Seen auf Granitplatten entfaltet. Der Fels bildet quasi immer wieder ein neues Becken. Im Sommer leuchtet das Wasser wohl türkis. Heute war es sehr schwach blau leuchtend. Die haben hier natürlich auch ein Wasserkraftwerk gebaut und nutzen das zur Stromerzeugung und leiten das Wasser ins Dorf als Trinkwasser. Wir finden in den Becken ein paar Fische. Das Wasser ist erfrischend kalt. Nachdem wir die Becken bestaunt haben (sie sind fotografisch schwer festzuhalten) geht es die meiste Zeit bergab zurück ins Dorf. Wir folgen dabei quasi immer der Wasserleitung. An manchen Stellen sieht man noch das alte Aquädukt. Außer zwei Pferden finden wir nix, aber die Landschaft ist schön und die Sonne spitzt immer mal raus. Am Auto zurück werden wir von ein paar Eseln begrüßt. Marie findet die ganz lustig.

Fazit: die Bilder im Internet waren bei Sonne und nach Bearbeitung deutlich beeindruckender als die Realität heut bei Wolken. Aber es war eine sehr schöne Wanderung mit schönem Weg, der sich auf jeden Fall lohnt.

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Danach sind wir noch zum Stellplatz für heut gefahren (dürfen nicht über Nacht im Nationalpark stehen). Wir finden einen Fuchs. Der ist auch noch fotogen und setzt sich erstmal am Straßenrand hin während wir mit Warnblinker halten und ihn fotografieren. Da wandert man und findet nix und mit dem Auto klappt es dann plötzlich. Die weitere Wegfindung war wieder speziell. Wir sind durch ein winziges Dorf gefahren. Die Straße war gerade breit genug für uns. Als wir das engste Stück geschafft hatten, kam eine Kuhherde auf uns zu. Wir hatten zum Glück eine Stelle der Straße die breit genug für uns und eine Kuh war 😂 und die Kühe hier sind besonders. Es ist eine ganz schicke Rasse mit großen geschwungenen Hörnern, die sind extra breit. Der Hirte hat uns und unser Wohnmobil auch etwas verwirrt angeschaut aber nix gesagt. Ich glaub hier kommen nicht so oft Touristen vorbei. Aber wir konnten immerhin endlich mal ein Bild von den Kühen machen und ich bin dann doch ganz froh, dass uns auf der Wanderung keine begegnet sind. Anscheinend werden sie jetzt erst langsam raus gebracht. Der Stellplatz ist sehr einfach und liegt mitten im Wald. Aber wir stehen schön und schauen mal ob uns noch jmd besuchen kommt. Scheisse liegt hier zumindest ausreichend 😂

Morgen müssen wir hier nur auch wieder weg. Mal sehen was dann der Weg für Abenteuer mit sich bringt.