Carreteras en mal estado
Wir wachen auf und werden von Glockenleuten der Kirche und Schafglocken begrüßt. Die Aussicht ist am Morgen genauso schön wie am Abend. Nachdem gestern Abend die Polizei mehrfach den Berg hoch gefahren ist, dachten wir wir testen mal ob sie vll die Sperrung aufgehoben haben. Also nochmal die paar Meter hoch. Aber leider ist immer noch alles gesperrt. Damit bleibt es dabei: alle anderen Wanderungen sind gestrichen und wir fahren Richtung Meer. Das Navi will uns zurück nach Ronda schicken und dann über größere Straßen ans Meer. Das wollen wir aber nicht unbedingt, wir nehmen doch viel lieber die kleineren Straßen und schlängeln uns durch den Naturpark. Somit suchen wir uns auf der Karte eine schönere Route und gucken mal ob die Straße offen ist. Wir fahren durch schöne Korkeichen. Diesmal halten wir extra für ein Bild an.
Dann kommen wir zum Abzweig und dir Straße ist offen. Also nix wie los. Schmal und kurvenreich geht es durch noch mehr Korkeichen mit Kühen als Untermieter. Wir kommen aber auch an ganz vielen Weiden mit Schafen und Ziegen vorbei und die ersten Lämmer sind da. Das beste ist eine Weide mit Schweinen, Ziegen und Pferden in Kombi. Schweine hatten wir jetzt schon mehrfach auf der Weide und unter Eichen. Irgendwo muss ja der ganze Schinken auch fett werden. Die Geier kreisen über uns und die Sonne scheint. Eigentlich echt perfekt. Marie spielt zufrieden im Auto.
Bis wir dann doch wieder an einer Sperrung stehen 🙃 uff. Jetzt können wir entscheiden: alles zurück oder die einzige offene Straße weiter und kommen dann weiter im Westen raus, als wir wollten. Da zurück mega doof ist, fahren wir also das einzig mögliche weiter. Die Straße sagt auch schlechter Zustand. Den hat sie auch. Der Asphalt bricht immer mal weg, hat lange Längsrillen und ist sehr holprig. Aber immerhin ist sie noch befahrbar (was die Radfahrer und Motorradfahrer davon halten, entzieht sich unserer Kenntnis, jedenfalls wächst auch häufig Gras in den Spalten…). Unsere armen Reifen leiden. Und die Federung… Aber naja. Sechs Jahre halten die nie im Leben durch, außer wir lassen das Auto dann nur noch stehen. Zwei mal ist die Straße weggebrochen, da kommt ein Baustellenschild, eine 20km/h und dann ein paar Pylonen um das Loch herum. Die Leitplanke hing mit ihren geschätzten 3m langen Füßen einfach in dem tieferen Loch… Faszinierend. Aber wenn man nur Sand hat, rutschen halt mal Hänge ab… Irgendwann kommen wir wieder an etwas ähnliches wie eine Autobahn. Da die mautfrei ist, ist der Zustand auch eher schlecht. Tiefe Löcher hier und da, dazu selten noch die Metall-Abdeckungen von Dehnungsfugen der Brücken… Das rummst ordentlich beim Drüberfahren… Hauptsache, die liegen nicht einfach mal so auf der Fahrbahn. Der Straßenzustand hier in Andalusien/Landkreis Cadiz ist merklich schlechter als da, wo wir bisher waren… aber Robert ist gut im Schlangenlinien fahren 😁
Wir kommen an zwei großen Seen vorbei. Die haben beide noch Hochwasser und einige Bäume stehen unter Wasser. Wir überlegen immer wieder wie wir den Tag heut weiter gestalten: Wir hatten gehofft Marie schläft nach dem Mittagessen (eine Pause noch auf der kleinen Straße) ein, aber das tat sie nicht. Auf Wandern hatten wir so mäßig Lust (der Wind geht heut nämlich übel). Damit bleibt entweder auf einen kostenlosen Stellplatz im inneren fahren und morgen früh nach Gibraltar oder heut Abend schon auf den Parkplatz vor Gibraltar und morgen kürzere Wege haben. Wir entscheiden uns für die letzte Variante. Da wir nicht um drei schon auf den Parkplatz vor Gibraltar wollen, gehen wir noch zu einem Shoppingcenter von Carrefour. Der Parkplatz ist gros und wir können einfach stehen. Marie ist dann endlich doch bereit zum einschlafen und macht das im Camper noch bevor wir zum shoppen kommen. Somit erstmal ne Stunde Pause im Auto für alle. Dann gehen wir shoppen (oder zumindest gucken). Es gibt einen Laden mit Kinderkleidung, manches ist auch ganz süß, aber so richtig überzeugt am Ende nix (die süßen Dinge sind einfach unpraktisch im Alltag 🙃). Wir gehen am Kinderspielplatz ein bisschen rutschen während wir unsere Apps im Wlan aktualisieren. Im Supermarkt gibt es alles und nix, die Sortierung macht einen wahnsinnig. Nach der Schokolade kommen Dosen. Neben Chips kommt Müsli. Beim Brot riecht schon alles so nach Fisch und Muscheln, dass mir schlecht wird. Es gibt ein Regal mit Schinken Keulen, die günstigste für 60€ und die teuerste für 300€. Wir haben ja den Schinken probiert – essbar aber 300€ ist schon happig. Wir holen das Nötigste und gehen wieder raus.
Dann: der Schock saß tief. Blut im Gesicht von Marie! Aber keine Wunde. Bis wir gesehen haben, dass es von meiner Nase kam, die sie aufgekratzt hatte.
Am späten Nachmittag fahren wir dann noch das kurze Stück zum Parkplatz direkt vor Gibraltar. Der große Felsen ragt aus dem Meer und war schon eine Weile zu sehen. Wir bekommen einen Stellplatz und Reihen uns neben ganz vielen anderen Wohnmobilen ein. Wir stehen direkt zwischen Meer und Jachthafen. Wenn wir aus dem Fenster schauen können wir rechts Boote beobachten, wie sie im Wind schaukeln und links sehen wir eine Palme vor Meer und hatten einen schönen Sonnenuntergang beim Abendessen. Der Wind rüttelt am Auto und wir kuscheln uns ein. Morgen geht es zu Fuß nach Gibraltar. Wir sind gespannt wie das wird und wir stark der Wind geht (der Wetterbericht sagt warm aber windig) – wir lassen uns überraschen.
.Anmerkungen von Robert:
Den Vogel heute abgeschossen hat die Kleinstadt Ubrique, ziemlich im Nirgendwo. Wir wollten eigentlich nur durchfahren, Franzi wollte noch irgendwo Baguettes organisieren, falls es sich anbietet.
Wir fahren über die große Straße rein und wollten über diese auch hindurchfahren. Dann ein Schild: Zona de Campervan (welches wir nicht beachteten, wollten ja nicht hier übernachten…).
Ich fahr die Hauptstraße weiter, die plötzlich nur noch bis 3,5t ist zum Plaza de Colón (kleinster Platz, 4 Straßen. Von einer kamen wir und sollten rechts abbiegen (auf der Vorfahrtstraße), doch das war eine Einbahnstraße (rundes rotes Schild mit weißem Balken). Die gegenüber auch mit gleichem Schild
ausgestattet. Und die letzte mögliche war auf max. 2m Breite begrenzt. Schön, dachte ich. Also wenden. Der Platz war klein, über die Hauptverkehrsstraße kamen immer Autos, dann parkten welche auf dem Platz und es liefen wieder Leute umher. (Die Rückfahrkamera ist immer noch kaputt…) Also immer fleißig beim Rückwärtsfahren gucken, wenn Menschen hinter dem Auto verschwinden, dass die auch drüben wieder rauskommen. Und auf die niedrigen Balkons der Häuser… Und Schilder… Gut, dass Marie sich hier ruhig verhalten hat.
Puh, erstmal wieder raus. Franzi stellt im gleichen Ort was mit Einkaufen ein. Ein Parkplatz als Ziel. So weit haben wir den erreicht. Aber da war nix. Nur ein Marktplatz, aber der Markt nicht heute.
Also Nächstes Ziel: weiter nach Süden. Das Navi schickte uns schnell auf die Vorfahrtstraße hinter dieser Einbahnstraße. Sollte also klappen. Sollte… Es ging steil Berg ab, dann über eine Einspurige Brücke, kaum Platz, kam ein Auto entgegen, der fuhr auf unsere Seite mit großen Augen in eine Einfahrt, dass wir vorbeikommen. Dann über die Brücke, in Schritttempo an schräg parkenden Autos vorbei, Franzi dachte, das wird nicht passen… Guckt mich am Ende wieder das Verbotschild mit weißem Balken an… Vorher gab es noch eine Straße rechts und 20m eine nach links. Unsere Straße war schon echt schmal. Rechts die ging im 90° Winkel weg, war aber nur knapp breiter als 2m. Selbst mit angeklappten Spiegeln wäre ich nicht um die Kurve gekommen, da links auch 20m nach innen versetzt war. Ich fahre bis zu der Straße, die links abbiegt. Da stand ein Auto mittig drin. Ohne Fahrer. Und dahinter: konnte nicht weiter gehen. Da war ja der Bach… Nur hier war keine Brücke. Ich hab schon überlegt, an den PKWs wieder rückwärts vorbei und über die Brücke, auch ohne Einparkhilfe oder Rückfahrkamera, aber Franzi meinte, ich soll einfach falschherum durch die Einbahnstraße fahren… Dann kam auch jemand auf uns zu und meinte, wir sollen da durch fahren. Den Rest hab ich nicht verstanden…
Puh. Und das, nachdem ich heute schon das Auto im Naturpark etwas individualisiert hab, nachdem einmal Gegenverkehr kam und da auch noch so eine Korkeiche auf 2,8m auf die Straße hing…
Naja, was solls.
Danke an Franzi, dass sie mich immer wieder raus navigiert hat und in meinen toten Winkel geguckt hat.