Tag 32 - Nichts als Steine....

Die Zeit vergeht echt wie im Flug. Schon mehr als der erste von vier Monaten ist vorbei…

Die Nacht war wild. Marie hat wild geschlafen und geträumt und Robert und ich waren viel wach. Naja. Halb acht weckt uns dann Marie und ist energiegeladen für den Tag. Beim Frühstück entdeckt Robert am Nachbar Wohnmobil einen Zettel vorne an der Scheibe. Er rechnet mit einem Strafzettel weil wir nicht im ausgeschilderten Bereich für Womos standen (der war schon voll als wir am Nachmittag ankamen), sondern auf normalen Parkplätzen daneben (es stand aber nix mit verboten oder so). Wir raten wie hoch wohl die Strafe ist und wer näher dran liegt gewinnt. Als ich den Zettel von der Scheibe hole steht fest, ich hab gewonnen, hatte 35€ getippt.😁 Es ist nämlich kein Strafzettel, sondern Werbung für eine Waschanlage für Autos. Robert meinte, dass man für die Aktion fast da hin fahren müsste. Jedoch war der Tag schon gut verplant. Aber somit alles gut.

Nächster Punkt des Tages: einkaufen. Der Aldi liegt blöd durch die Stadt, also heut mal den Lidl testen 😂 hat final fast das gleiche wie der Aldi. Brezel gibt es auch und das Baguette schmeckt. Aber it werden also die nächsten beiden Tage nicht verhungern.

Dann geht es auf zu El Torcal. Ein Naturschutzgebiet in den Bergen nur 20 Minuten entfernt. Viele Kurven führen uns ordentlich berghoch. Das Wetter ist top. Wir haben Sonnenschein und keine Wolke am Himmel. Bereits vor unserem Ziel sehen wir die ersten Geier in der Thermik aufsteigen. Wie cool ist das denn. Robert bietet noch an direkt anzuhalten. Aber ich meine wir fahren erstmal zum Ziel. War final ein Fehler, weil so niedrig haben wir sie den restlichen Tag nicht mehr gesehen. Sie sind natürlich nur noch höher und höher gekreist. Aber trotzdem unfassbar schöne Tiere. Und es waren ordentlich viele.

Es gibt einen großen Parkplatz mit Einweiser. Wir bekommen einen top Platz, ziehen die Wanderschuhe an und los geht’s. Es gibt eine schöne Runde, die wir falsch rum gehen. Wir haben dort nicht auf die Karte geguckt und ich hatte mir online was rausgesucht. Das wir gegen den Strom laufen stört nicht weiter, zeigen die Pfeile halt in die Richtung aus der wir kommen. Es ist wunderschön hier. Marie schläft. Wir sehen die ersten Eidechsen und witzige Vögel. Je später es wird desto mehr Menschen kommen uns entgegen. Der Weg ist durch den vielen Regen an einigen Stellen sehr nass und matschig. Aber uns stört das nicht weiter (Hose und Schuhe sind halt dreckig). Es gibt ganz viele verschiedene Steinformen und Steine als Türme gestapelt. Die bedeutendsten Formationen tragen Namen wie Kathedrale oder Sombrero. Wir klettern durch enge Spalten und über Steine rauf und runter. Eine echt schöne Runde mit teilweise tollen Ausblicken ins Tal.
Zurück am Auto gibt es Mittagessen für alle. Dann machen wir uns nochmal los auf eine zweite Runde. Die ist dann aber nach dem ersten Aussichtspunkt nicht mehr markiert und deutlich schlechter zu finden. Wir verlaufen uns einige Male im Wirrwar der Steine und Schaftrampelpfade und müssen uns mit dem Handy wieder auf den Weg manövrieren. Gar nicht so ohne manchmal. Keine Ahnung was man ohne Handy mit GPS macht. Auf dem Teil der Runde finden wir Steinformen wie Pilze oder Ufos und zwei große Amoniten (vom Durchmesser fast wie Roberts Fuß). So grosse und gut erhaltene Versteinerungen hab ich noch nie beim wandern entdeckt. Am Nachmittag kommen wir dann ein bisschen kaputt zurück am Auto an. Ein mega schöner Tag.

Hier dürfen wir nicht über Nacht stehen. Im gesamten Gebiet ist es verboten. Somit fahren wir nochmal los. Wobei wir das heute eh müssten. Wir haben für Robert für morgen früh um 10 Uhr eine geführte Wanderung gebucht (Babys dürfen nicht dort hin, erst ab 8 Jahren … – genaueres dann morgen…) Da fahren wir heut noch in die Nähe um morgen weniger Stress zu haben. Das sind für uns 40 km und ne gute Stunde Fahrt. Da wisst ihr schon wie die Straße war… eng, enger und kurvig. Aber wir sind gut angekommen und stehen wunderschön an einem Stausee unter Bäumen (da wird morgen unser Solar nix laden – egal, wie ihr wisst, kochen wir ja derzeit mit Gas 🙈).

So für alle die noch was über das Gebiet El Torcal lernen wollen: es ist ein 1171 ha großes Naturschutzgebiet. Mit seinen außergewöhnlichen Karstformationen gehört es angeblich zu den beeindruckendsten Landschaften Spaniens und ist ein Highlight für Geologen und Botaniker (wobei es uns auch so gut gefallen hat ohne zu forschen).

Erstmals ausgewiesen als „Naturschutzgebiet von nationalem Interesse“ wurde El Torcal 1929. Damit besteht schon echt lang ein Schutz und es ist nicht zugebaut (auch keine Windräder oder Solar).

Vor 100 Millionen Jahren war das Gebiet noch gänzlich vom Meer der bedeckt (von dem lediglich das Mittelmeer übriggeblieben ist). Durch die Ablagerung von Sedimenten bildeten sich Schichten aus Kalkgestein. Durch die Kollision der afrikanischen und eurasischen Erdplatte kam es zur Anhebung und Faltung dieser Schichten zu Hügeln und Bergen. Hierbei entstanden auch Dehnungsklüfte, die durch das Eindringen von Wasser erweitert wurden. Hierbei spielte insbesondere die für Karstgebiete typische Kohlensäureverwitterung eine wichtige formgebende Rolle. Es entstand die heutige wildzerklüftete Felslandschaft mit fantastischen Steingebilden. Hinzu kommt die unterschiedliche Widerständigkeit der ursprünglich horizontal abgelagerten Sedimentgesteine. Je nach Festigkeit einer Gesteinsschicht wurde und wird mehr oder weniger Material abgetragen, wodurch sich die horizontalen Muster erklären lassen. Das ganze verändert sich auch heute noch.