Tag 25 - In den Mauern der Mauren

Unser Tag startet mit einer heißen Dusche. Das Bad ist zwar etwas wild (teils sind sie dabei zu sanieren und packen dann neue Waschbecken auf den alten rostigen Waschtisch; bei den Männern waren die Waschbecken komplett abgesperrt), aber die Dusche ist heiß und funktioniert.

Dann starten wir einen neuen Versuch an das Cabo de Gata zu fahren und versteinerte Dünen zu erwandern. Im Sommer ist die Zufahrt gesperrt und es fährt ein Bus. Im Winter fährt dieser Bus nicht und man kann mit dem Auto zum Parkplatz. Das geht zumindest, wenn man ein Auto hat und kein Wohnmobil. Für Wohnmobile herrscht in dem ganzen Ort Parkverbot. Die Zufahrt ist von der Breite so beschränkt dass wir nicht durch passen (nur mit angeklappten Spiegeln und natürlich hängt sehr präsent eine Überwachungskamera genau an der Einfahrt…) Die Schranke ist zwar offen, aber wir wenden davor, feststecken ist auch keine Lösung…. Somit beginnt hier der Tag wie der gestrige endete…

Aber egal. Dann fahren wir einfach direkt weiter nach Almeria. Almeria ist eine Hafenstadt direkt am Meer mit 205.000 Einwohnern. Also ungefähr so wie Erfurt. Die Stadt hat sogar drei Aldis und mehrere Lidl. Wir gehen erstmal einkaufen und ergattern die letzten beiden Brezel für Marie. Tag gerettet.
Dann geht’s zum Parkplatz. Der ist gigantisch groß und Wohnmobile sind erlaubt. Wir stehen wie immer zwischen anderen Deutschen und einem Schweden und einem Holländer. Nach einer Brotzeit zur Stärkung machen wir uns auf den Weg in die Innenstadt. 3 km entlang der Strandpromenade. Blick aufs Meer, viel Sand, Palmen, Kunst und geschlossene Restaurants. Ein mega Fahrradweg (immer noch der Europa-Radweg 8) mit ganz vielen Fahrrädern und Rollern. Alles komplett sauber. Einziger Haken: das Wetter ist heut nicht auf unserer Seite und ganz diesig. Die Sicht ist nicht weit. Hängt irgendwie viel Sand in der Luft (und auf unseren Solarpanels).

EuroVelo8
Kubanische Architektur (Stahlträger)
Jeder Quadratmeter zugebaut...

Die Stadt ist zugebaut. Enge Gassen, helle Häuser. Marie schläft so gut es geht. Sie wacht aber mit all den Autos und Rollern und Menschen und Lärm relativ schnell auf. Und den gibt es Überfall. Troubel vor dem Kindergarten, vor einer islamischen Schule, der durch die Gassen hallte. Irre laute Mofas/Roller und dann muss man in den engen Gassen aufpassen, dass einem vorbeifahrende Autos nicht über die Füße fahren…. Unser erstes Ziel ist die Kathedrale. Ein großes Gebäude mitten in der Stadt. Ringsrum alles eng zugebaut. Bis auf den Platz davor. Man konnte sie erst unmittelbar vom Platz aus erkennen.

leider nur verzerrt durch UltraWeitwinkel. Der Platz war klein.

Danach geht es weiter zur Alcazaba. Die Festung der Stadt. Wie so oft liegt diese oben am Berg (88m über dem Meeresspiegel) mit einigen Treppen. Ein tolles Werk, das 955 n.Chr. gebaut wurde. Wir können es kostenlos besuchen und haben eine grandiose Aussicht über die (ansonsten hässliche) Stadt. Von oben sieht man auch den botanischen Garten und eine komische Zuchtanlage von verschiedenen Gazellen der Sahara. Aus dem Internet werde ich nicht so richtig schlau, ob es nun Naturschutz und Erhaltungszucht oder Versuchstiere sind. Besuchen darf man das Areal nicht, wir sehen die Gazellen nur von oben.
Historisch schon bedeutsam, teilweise mit bis zu 3 Meter dicken Mauern und in den letzten Jahren gut instandgesetzt, kann man von dort über einen großen Teil der Stadt blicken. Vom Mittelmeer habe. Wir aufgrund des Sandes nicht so viel gesehen.
Die Festung war fast uneinnehmbar, wechselte aber häufiger die Besitzer: erst Statthalter, dann mit den Mauren (Berbestämme aus Nordafrika) war es der Sitz des Kalifen aus Nordafrika, später bei der Reconquista, der Zurückeroberung der muslimischen Bereiche des heutigen Spaniens und Portugals, die bis 1492 mit der Einnahme Granadas durch die katholischen Könige andauerte.
Im 16. Jhd. gab es 4 Erdbeben in Almaria, das in 1522 beschädigte die Festung schwer. Sie wurde wieder aufgebaut, die Moschee in eine Kapelle umgebaut. Es gibt aber auf dem heutigen Gelände noch Ausgrabungen.

Als wir einmal mit alte Steine gucken durch sind bummeln wir am Strand entlang zurück zum Auto und stärken uns mit Nudeln mit Spinat. Marie hat heut das erste Mal gefallen an Nudeln gefunden und ganz viele gefuttert 😁

Auf dem Rückweg haben wir schönere Gassen gefunden.
Alte Steine testen 🙂