Tag 19 - Pleiten, Pech und Pannen...
Wir arbeiten und im Landesinneren weiter vor durch wunderschöne blühende Obstbäume.
Wir hatten überlegt wieder Richtung Küste zu fahren. Aber mein nächstes Ziel wären drei Stunden Fahrt und ich hab online keinen freien Platz finden können. Da war mir das ganze zu riskant für die weite Fahrt. Also sind wir in den Bergen weiter. Ziel Archena. Ein Kleinstadt in den Bergen und eigentlich sehr unscheinbar. Aber sie bieten einen kostenlosen Stellplatz und wurden daher als unser Ziel gewählt. Nach knapp zwei Stunden Fahrt und einem Stopp beim Aldi für ne frische Brezel und Baguette sind wir angekommen. Es ist ein Parkplatz neben einem Fußballplatz direkt am Fluss. Es stehen bestimmt schon 30 Camper hier aber es ist noch viel frei. Wir machen es uns gemütlich, spielen und turnen. Bei dem Plan Essen zu kochen funktioniert der Wechselrichter nicht mehr und das Kochfeld startet nicht. Mhm. Es roch bereits gestern beim Kochen etwas eigenartig, nachdem ich erst Tee und danach noch Lachs mit Reis und Gemüse gekocht habe und er bisher die längste Dauer am Stück in Betrieb war, dazu drehte sein Lüfter etwas mehr hoch und auch länger als bisher, aber alles funktionierte noch.
Wir versuchen auf die Schnelle eine Lösung zu finden aber nix zu machen. Da wir Hunger haben gibt es jetzt einfach schnell belegtes Baguette. Marie ist müde und dann gehen wir erstmal spazieren. Dabei können wir uns einen Plan überlegen und das Kind ist dann wieder gut gelaunt.
Somit spazieren wir am Fluss entlang und entdecken zwei Eichhörnchen. Mega putzig. Nachdem eine Katze versucht hat sie zu fangen sind sie in Alarmbereitschaft und wir stören nicht weiter, wissen aber jetzt, wie Eichhörnchen klingen.
Unser Weg führt weiter am Fluss entlang und wir kommen in den Schatten einer hohen Felswand. Die kommt hier einfach aus dem nichts aus dem Boden. Am Hang entdeckt Robert zwei Gämsen. Oder zumindest das spanische Tier was so aussieht. Zwei Stück. Beide schöne Hörner und die fressen genüsslich.
Wir laufen weiter bis zum Thermalbad. Sowas hat es hier dank heißer Quellen. Es laufen uns einige Leute im Bademantel entgegen. Es sieht alles verhältnismäßig schick aus. Aber für uns für einen Nachmittag zu stressig.
Wir drehen wieder um und schlendern zurück. Kurz vor dem Campingplatz setzen wir uns am Fluss auf eine Bank und beobachten die Kormorane beim erfolglosen Fischen. Und einen Fischreiher.
Unsere Recherche ist schwierig. Hier einen passenden Wechselrichter (macht aus 12V Spannung der Autobatterie 230V, damit man Geräte an der Steckdose betreiben kann) zu bekommen scheint schwierig.
Das war damals beim Bau in Deutschland schon schwierig, aufgrund der äußeren Maße und der Leistung. Robert hatte damals einen 1000W- Wechselrichter verbaut, einmal für Warmwasser (braucht 500W) und für das Induktionskochfeld (da stand beim Kochfeld 300 bis 1800W) da er unter einen Sitz passen muss. Jetzt ist noch ein Föhn von mir dabei (1500W). Roberts Learning damals: wenn auf einem Kochfeld 300 bis 1800W angegeben sind, heißt das nicht, dass man mit dem Kochfeld auf 800W mit einem 1000W- Wechselrichter kochen kann. Es heißt in dem Fall: das Kochfeld zieht immer 1550W, wenn 300W eingestellt sind, dann halt nur alle 15 Sekunden, bei 1800W halt durchgängig. Entsprechende Abstufungen dazwischen.
Jedenfalls passten ca. 95% der Geräte nicht. Entweder zu groß für dem Platz unter dem Sitz oder zu wenig Leistung.
Wir haben ein China-Gerät bei Amazon gefunden: 2000W, kurzzeitig bis 4000W, CE Kennzeichen, Sicherungen gegen Überlastung und Hitze.
Die kosteten ein Drittel der Marktführer und bei Erhalt wogen die auch nicht mehr halb so viel… 🙈
Hatte bisher aber gut funktioniert. Aber so was hier zu finden – ausweglos…
Bei einem deutschen Hersteller wissen wir nicht, ob die Maße passen, Robert hatte den Zollstock aus Gewichtsgründen rausgeworfen. Aber da: Lieferung erst wieder ab 17.4.26…
Puh. Wird nicht trivial was für zu finden. Daher beschließen wir uns einen Gaskocher zu kaufen um erstmal improvisieren zu können. In 20 Minuten Fahrt ist ein großes Einkaufszentrum mit einem Ikea und einem Dekatlon und vielen mehr. Da fahren wir hin.
Erstmal im Ikea einen neuen Pfannenwender kaufen und ein Eis zum Frustabbau. Immerhin der Ikea ist überall gleich. Robert hat aus der Möbelabteilung noch schnell so ein Papiermaßband eingesteckt, um die Maße für den Wechselrichter besser bestimmen zu können. Dann zum Decathlon einen Gaskocher und Gas kaufen. Wir überlegen ob, wir noch weiter shoppen wollen. Am Auto haben wir aber bereits einen Zettel, dass wir hier nicht übernachten dürfen und das nur im gekennzeichneten Bereich erlaubt ist. Den gekennzeichneten Bereich haben wir bereits entdeckt. Er ist nicht zu übersehen und überfüllt mit Wohnmobilen. Ihr werdet es nicht glauben. Aber es gibt direkt an der Autobahn in einem Einkaufszentrum so sechs Reihen für Camper zum übernachten. Die sind voll. Aber rappellvoll. Sogar mit Abwasser und Frischwasser. Einige stehen wie wir bereits auf normalen Parkplätzen. Da kommt sofort der Aufpasser und verteilt Zettel dass wir zwar einkaufen dürfen aber nicht übernachten dürfen. Also von Urlaub hat das auf den Stellplätzen echt wenig. Dicht an dicht auf einem Ikea Parkplatz… was für ein Urlaub…
Da nach unserem Einkauf immer noch keine Lücke frei ist müssen wir also wieder zurück. In der Gegend gibt es noch einen anderen Stellplatz. Irgendwie kommen wir auf die dumme Idee den auszuprobieren. Bedeutet im Feierabendverkehr durch die Stadt. Und nicht in die Umweltzone abbiegen…, um am Ende an einem vollen Platz anzukommen. Hier stehen die Camper auch bereits außerhalb des erlaubten Bereichs auf normalen PKW-Parkplätzen, wie man sie vor Einkaufszentren kennt. Da aber auch da alles voll ist, fahren wir zu unserem Platz vom Mittag zurück. Nochmal gefühlt ewig durch die Stadt und unendlich viele Kreisverkehre (zum Ikea ging es nur Autobahn, wären wir so mal auch direkt zurück gefahren…). Naja nach einer Stunde Fahrt sind wir wieder an unserem Platz vom Mittagsschlaf angekommen. Da gerade Fußballtraining ist, sind hier viel mehr Autos als vorher. Aber wir haben eine Lücke neben einem Finnen und können hier entspannt schlafen.
Da es mittlerweile spät ist, testen wir unseren neuen Gaskocher nicht mehr und essen wieder belegtes Baguette. Marie hat auf der Fahrt bereits ihre Brezel verspeist.
Robert hat tatsächlich nochmal versucht, den Wechselrichter einzuschalten. Der Fehlerpiepcode von heute mittag war tatsächlich wieder weg… Aber jetzt haben wir ein Backup.
Für morgen haben wir einen Stellplatz reserviert bekommen und den Stress mit Suche zumindest nicht.