Tag 14 - Ab ins Kloster

Nach einer erholsamen Nacht machen wir uns weiter auf den Weg nach Süden.

Eigentlich wollten wir ja nach Barcelona. Aber alle Campingplätze am Stadtrand plus 50 km sind entweder noch geschlossen und machen erst im März oder April auf, oder sind voll. Einen hab ich gefunden der nimmt keine Reservierung an. Das würde bedeuten wir fahren auf gut Glück hin und hoffen es fährt jmd weg. Wenn das keiner macht müssten wir wieder gehen. Und dann müssten wir mit dem Zug in die Stadt und könnten uns die Highlights ansehen. Das ist uns ehrlich gesagt alles zu umständlich und unsicher. Parkplätze gibt es in der Stadt auch nicht. Alles in allem nicht für spontane Camper gemacht.

Somit streichen wir den Gedanken und suchen uns einen anderen weiteren Weg.

Das Ziel für heute wird Monestir de Montserrat. Ein Kloster in den Bergen. Gab es seit über 1000 Jahren in einer von weitem erkennbaren Felsformationen. Das erste Kloster wurde unter Napoleon zerstört. Heute leben hier noch 80 Mönche und gilt als Hort der Katalanischen Kultur. Selbst Kolumbus hat auf seiner 2. Reise eine Insel nach dem Kloster benannt.
Als wir darauf zu fahren ist an Horizont eine sehr spitze Bergkette zu erkennen. Sieht schick aus. Als wir am Ziel ankommen stehen wir am Fuß der Berge und eine Steilwand ragt vor uns empor. Es gibt nun mehrere Möglichkeiten
1) mit dem Auto über Serpentinen nach oben und oben auf einen Parkplatz hoffen. Ist mir zu riskant mit Parkplätzen und mir wird eh nur schlecht.
2) eine Zahnradbahn
3) eine Standseilbahn

Da wir an dem Parkplatz für Nr. 2 bereits vorbei sind und auf Parkplatz drei einen kostenlosen Parkplatz bekommen haben auf den wir gut passen, nehmen wir die Seilbahn. Erst noch schnell Brotzeit essen und dann los. Die Schlange geht und wir müssen nicht ewig warten.

Mit einer gelben Gondel geht es für uns hoch hinauf. Die Bahn gibt es seit 1929 und wurde von einem Leipziger Adolf Bleichert konstruiert und gebaut. Die Gondeln sind noch Orginal. Ich schätze es gehen so 20 Personen rein und die Kapazität wird ausgenutzt. In nur 15 Minuten ist man oben bzw. auch wieder unten.

Marie guckt ganz begeistert aus dem Fenster.

Oben angekommen erwartet uns irgendwie ein chaotisches Spektakel. Drei Bahnhöfe (es gibt im Sommer noch eine weitere Bahn die hoch fährt) bringen Menschenmassen nach oben. Dazu stehen auf dem Parkplatz eine kleine Horde alter LandRover Autos und aus dem Gebäude dröhnen laute Trommeln. Wir gucken uns außen erstmal die Aussicht an. Geht ganz ordentlich bergab und man kann weit schauen. Aber die Sonne lässt alles ein bisschen eintönig flimmern. Dann gehen wir in das Hauptgebäude rein und landen nach einigen Treppenstufen in einem großen Innenhof. Von dem gelangt man in die Basilika (mit Eintritt den wir nicht kaufen). Auf dem Hof treffen wir auf die Trommler. Mehrere bunt verkleidete Gruppen mit Trommeln und Drachen am Stiel. Ein bisschen wie Karneval und Mittelalterfest. Marie wacht bei dem ganzen Getrommel auf jeden Fall auf.
Am Ende versammelten sich alle vor dem Kloster und die Glocken leuteten zusammen.

Was genau die da jetzt gemacht haben, warum die da waren, keine Ahnung. Ob es das Ende vom Fasching war oder irgendwas katholisches vom Kloster. Egal. Witzig sahen sie aus und die Leute hatten Spaß.
Hinter dem Kloster waren viele Kapellen ausgeschildert. Auf der Karte gab es Wanderwege. Naja probieren wir es mal aus. Es war ein kurzer Weg ausgeschildert den wir gehen wollten.
Ich sag euch … Nix für Fußlahme. Es geht Stufe für Stufe den Fels hinauf. Nicht eine, nicht zehn, nicht hundert. Ich glaub es waren schon eher Tausende Stufen. Immer weiter berghoch in den Fels. Wir kamen dann zu einer ausgeschilderten Kirche, die aber nur noch ein paar alte Steine waren. Weiter über weitere Stufen standen wir mal im Wald, mal mit Ausblick am Fels. Final sind wir irgendwann wieder umgedreht. Unseren eigentlichen Weg haben wir nicht gefunden. Den Weg ewig weitergehen wollten wir auch nicht. Irgendwann wäre man wohl weiter oben am Berg bei einer Kapelle angekommen. Aber für uns heut zu weit. Zurück ging es dann all die Stufen wieder runter. Die Ausblicke waren schön, aber das Licht nicht unbedingt passend für gute Bilder. Daher nur einige wenige. Marie hat alles einfach verschlafen. So viele Leute haben sie bewundert wie schön sie in der trage pennt und schnarcht während ich schnaufe, wie eine Dampflok. Naja immerhin ist sie dann am Auto ausgeschlafen.
Zurück zum Auto ging es dann zunächst wieder runter mit der Seilbahn.

Heute haben wir uns einen Campingplatz gesucht. Am Meer mit Strand. Nochmal 80 km Fahrt in einer Stunde. Marie spielt und isst und ist zufrieden. Diesmal ist es extra ein größerer Platz in der Hoffnung auf mehr deutschen Standard. Check in ist auch sehr deutsch. Alle Daten werden benötigt inklusive Kennzeichen. Schranken versperren den Eingang und öffnen sich durch Kennzeichen Erkennung. Innen drin lässt der deutsche Standard schnell nach. Es ist mega eng. Es ist alles voller Dauercamper und nur ein kleiner Bereich für Touristen. Die Plätze für Touristen sind extra schmal. Wir haben einen Platz ohne Bäume gewünscht dass wir mit dem Dach keine Probleme bekommen. Was steht auf unseren ausgewiesenen Platz… ein Baum mit tief hängenden Ästen, zu tief…. Immerhin haben wir noch andere Plätze zur Wahl. Wir nehmen den besten davon. Eine winzige Fläche mit Schotter und einer Steckdose. Immerhin ist es zum Waschhaus nicht weit. Dazu gibt es ein Tennisplatz, eine Hüpfburg und eine Rundfahrt über den Platz mit Traktor und Anhängern. Als Kinderanimation gibt es heute einen Faschingsumzug. Uff. Wir wollen doch nur Ruhe und eine heiße Dusche.

Zum Sonnenuntergang spazieren wir zum Strand. Der ist sehr schön und sandig und bietet Blick auf eine alte Burg.

Ein Ziel erreicht: Marie das erste mal am Meer