Tag 5 - Von alten französischen Dörfern ...

Nach einer verregneten Nacht in der Walnuss-Plantage starten wir bei leichtem Nieselregen in den Tag. Marie bestimmt wann wir aufzuwachen haben. So ist das wohl mit Kind 🙂

Wir spielen ein wenig und frühstücken Baguette mit einer Walnuss- Feigen-Marmelade. Köstlich 🙂 eine zweite Marmelade Walnuss- Brombeere haben wir gestern noch mitgenommen, aber lassen wir erstmal zu. Kurz vor neun starten wir und fahren am Eingang vorbei. Es brennt Licht. Kurz entschlossen halten wir nochmal an, um unser Sortiment zu erweitern. Nachdem die erste schmeckt, wird der Rest schon auch schmecken. Heute mit anderen Personal durften wir zuerst probieren. Naja. Das Ergebnis ist für den Verkäufer positiv. Wir kaufen mehr als wir wollten. Es gab nämlich eine köstliche Creme aus den noch grünen Nüssen, eine Marmelade mit Walnuss-Ringlo (oder Renekloden auf dem Erfurter Markt genannt). Und das Beste: es gibt eine Schoko-Walnuss-Creme. Also quasi regionales Walnuss Nutella. Die nächsten Frühstücke sind gerettet und user zulässiges Gesamtgewicht ist uns egal 😂

Nach dem shoppen ging es dann doch wirklich weiter. Ziel ist ein kleines mittelalterliches Dorf. Empfehlung aus dem Reiseführer ca 100 km im Süden. Wir fahren durch Täler und über Berge. Ganz wenig Häuser und kein Mensch in Sicht. So einsam und mit so viel Gegend hatten wir uns Frankreich nicht vorgestellt. Aber es ist sehr schön. Unterwegs begegnen uns ein Hirsch und seine Dame. Beeindruckende Tiere, die ich zuhause noch nie an der Straße gesehen hab.
Unsere Strecke ist die meiste Zeit eng, kurvig und wellig. Einspurig aber fast immer ohne Gegenverkehr. Mal mit Felsvorsprüngen, mal mit Abbruchkante, mal nehmen einem Bach, mal durch Eichenwald, mal durch Wachholder, mal durch Weiden. Im Gegensatz zu Deutschland viel mehr naturbelassen, auf vielen Wiesen steht Wasser durch fehlende Drainage.
Marie ist heute mal eingeschlafen. Die Straßenführung scheint ihr nichts auszumachen. Und das, obwohl sie in ihrem Kindersitz rückwärts fährt. So bequem 😊

Im alten Dorf auf dem Hügel angekommen, parken wir auf dem einzigen Touristen-Parkplatz und spazieren los. Das Dorf wirkt verlassen obwohl ein paar einheimische parken. Enge Gassen, gerade breit für einen, Treppen, ein paar Brunnen und ein paar Reste alter Gebäude. Wirklich viel ist es irgendwie nicht. Am Ende acht Gebäude mit jeweils einer Infotafel. Aber sogar auf Englisch. Im Sommer ist hier vermutlich viel mehr los. Es sind einige Ateliers angeschrieben. Wir gucken uns einfach in Ruhe um und gehen dann zum Auto zurück.

Nächster Stopp ist Montélimar. Keine halbe Stunde von hier. Auch vom Reiseführer für einen Stadtbummel empfohlen. Auf dem WoMo Stellplatz angekommen gibt es erstmal Mittagessen und ein bisschen Bewegung für Marie. Hier stehen noch einige andere Camper. Manche sehen so aus als wohnen sie dauerhaft dort. Wir überlegen uns, ob die wohl gemeinsame Sache machen und die Touristen aufbrechen. Google Maps sagt in den Bewertungen nichts dergleichen. Wir entscheiden uns den Fotorucksack mit Laptop und allen lieber mitzunehmen. Ein aufgebrochenes Auto wäre immer noch dumm, aber sie hätten nur Klamotten erbeutet. Wir bummeln also doch los in die Stadt. Kurz vor der Altstadt: alle Schaufenster leer. In der Altstadt. Viele Schaufenster leer oder verschlossen. Wirklich einladend wirkt hier nichts. Vieles zu vermieten. Naja laufen wir halt mal weiter. Einmal quer durchs Zentrum ändert sich unser Eindruck nicht. Ein paar Klamotten können wir kaufen und was essen. Apotheken sind noch häufig. Kaum Menschen unterwegs. Wir schlendern noch durch einige Straßen, da Marie schläft müssen wir ja irgendwie Zeit tot schlagen und uns dabei bewegen. Der Putz fällt ab. Türen fallen auseinander. Fast alle Fensterläden sind verschlossen (warum die wohl alle Licht in der Wohnung meiden…). Dann gehen wir noch zur Burg hinauf. Die ist ganz nett aber nur mit Führung zu besuchen. Durch den Friedhof nehmen wir die Abkürzung zurück zum Camper. Der Friedhof ist riesig. Die Gräber teils bombastisch, mit eigener Kapelle oder Überdachung.

Zurück an Camper ist alles in Ordnung. Unser Verdacht unbegründet. Ein Glück.

Fazit: Montellimar lohnt keinen Stadtbummel. Note fünf minus trifft es eher. Nichtmal eine tolle Kirche hat es. Aber Marie hatte einen Mittagsschlaf 🙂

Unser letztes Ziel für den Tag ist ein Campingplatz 15 Minuten nach Süden fahrend. Einer der auch im Winter geöffnet hat. Endlich Wasser auffüllen und warm duschen. Dementsprechend sind wir nicht allein. Aber das macht nix. Die Dusche ist warm. Spülen geht auch. Es ist zwar alles alt und sehr schäbig, aber für eine Nacht ok.

Morgen geht’s dann weiter zu zwei der schönsten Dörfer Frankreichs. Mal sehen ob da der Reiseführer recht behält oder es wieder eine fünf gibt .